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„Nein, ich ſpreche im vollen Ernſt,' ſagte der Ge⸗ neral,„und Du würdeſt dies zu Deinem Schaden erfah⸗ ren, wenn ich Dich vor ein Kriegsgericht ſtellte.
„Nun, man kann's nicht wiſſen, was die Leute da wollen, ſagte mein Vater, ‚aber wenn das Alles iſt, ſo will ich's aus Leibeskräften thun, ſobald Sie wieder vorbei kommen.
„Der General lachte von Neuem und ſagte: Ich komme auf den Abend zurück und dann denke dran, daß Du Deinen Reſpect gegen Deinen Oſſtzier nicht ver⸗ nachläſſigeſt.“ 4
„Seyen Sie unbeſorgt,' verſetzte mein Vater, ‚und vielen Dank, daß Sie mir's geſagt haben.“
„Der General ritt weg, die Ordonnanz hinterdrein, nach zehn Minuten waren ſie meinem Vater aus dem Geſicht.
„Die Nacht brach jetzt ſchnell herein und die eine Hälfte des Berges war ſchon ganz dunkel. Mein Vater dachte ſchon, man habe ihn vergeſſen; er ſchaute ſich nach allen Seiten um, aber nirgends kam ein Sergeant mit der Wache, um ihn abzulöſen. Da ſtand er nun, frierend, hungrig und durſtig, und ſollte bei Todesſtrafe nicht weggehen. ‚Eine Viertelſtunde will ich Euch noch zu⸗ geben, ſagte mein Vater, ‚bis das Licht hinter den Felſen dort verſchwindet, aber dann, ſagte er, ‚bei der heiligen Mutter Gottes, dann laufe ich davon, es mag koſten, was es wolle.“
„Glücklicherweiſe wurde ſein Muth nicht auf dieſe Probe geſtellt, denn bald darauf ſah er auf der andern Seite von der Brücke etwas Dunkles herabkommen. Er ſchaute genau hin und merkte, daß es der General war, der langſam den ſteilen Berg herabritt, und hinter ihm die Ordonnanz. Mein Vater nahm ſogleich die Muskete von der Brücke, brachte ſein Bandelier in Ord⸗ nung, ſchüttete die Aſche aus ſeiner Pfeife und ſteckte ſie in die Taſche, überhaupt er machte ſich ſo ſchmuck als immer möglich, denn er hatte beſchloſſen, wenn der


