alte Coſoon käme, ſo wolle er ihn bitten, daß er ihn nach Hauſe gehen laſſe, wenigſtens für die Nacht. In⸗ zwiſchen bog der General um eine ſcharfe Felſenecke herum, die gerade über der Brücke ſteht, und von wo aus man eine Ausſicht auf mehrere Meilen in der Runde hat. ‚Er ſieht mich,“ ſagte mein Vater, aber ich will ſo flink ſeyn als er ſelbſt.’ Geſagt, gethan; er ſtellte ſich jetzt an das Brückengeländer, nahm das Gewehr von der Schulter und hielt es gerade gegen den General. Dieſer hielt ſchnell ſein Pferd an und ſchrie: Schild⸗ wache, Schildwache!“
„Was?' antwortete mein Vater, fortwährend auf ihn
ielend. 1 ‚Nieder mit Deiner Muskete, Du Schurke; ſiehſt Du nicht, daß es die große Runde iſt?“
„Allerdings ſeh ich das,' ſagte mein Vater, ohne im Geringſten zu wanken.
„Der Spitzbube will mich erſchrecken,“ rief der General.
‚Sie haben nichts zu fürchten,“ antwortete mein Vater, wenn das Ding nicht von ſelbſt losgeht.“
„Was ſoll das bedeuten, Du Schuft,' rief der Ge⸗ neral vor Angſt kaum fähig, ein Wort zu ſprechen, denn der kleinſten Wendung, die er mit dem Pferde machte, folgte mein Vater mit dem Gewehre. ‚Was ſoll das bedeuten?“*
„Ci, ich präſentire ja gegen Sie, antwortete mein Vater; Donnerwetter, verlangen Sie auch, daß ich feuern ſoll?“*
„Hier zog der General eine Piſtole aus ſeinem Gurt und zielte genau nach meinem Vater; fünf Mi⸗ nuten lang ſtanden ſie einander gegenüber und ſahen einander feſt und grimmig an, während die Ordonnanz hinter dem Felſen ſich faſt zu Tode lachte; denn ſeht Ihr, der General dachte, wenn er ſich umdrehe, ſo werde mein Vater abſichtlich ſchießen, und wenn er aber näher komme, ſo könnte ihm das Gewehr zufällig losgehen, und ſo wußte er nicht, was er eigentlich thun ſollte.


