einige Sekunden kein Wort hervorbringen konnte. End⸗ lich nahm ich meinen Muth zuſammen und begann:
„Miß Daſhwood, ich habe mich in den letzten vier Tagen ſchmerzlich nach dem Augenblick geſehnt, welchen mir jetzt der Zufall geſchenkt hat. Ich wünſchte, bevor ich diejenigen, denen ich bereits ſo viel ſchulde, auf immer verlaſſe, ihnen wenigſtens meinen Dank bezeugen zu können.“
„Wann werden ſie denn abreiſen?“
„Morgen; Kapitän Power, unter deſſen Befehlen ich ſtehe, hat Ordre erhalten, ſich augenblicklich nach Portugal einzuſchiffen.“
Ich meinte,— vielleicht meinte ich's auch blos— ihre Wangen bleicher werden zu ſehen, als ich dies ſagte; aber ſie blieb ſtill, und auch ich ſagte Nichts mehr, da ich nicht wußte, was ich bereits geſprochen hatte.
„Mein Vater,“ begann ſie endlich nach einer langen Pauſe,„denkt gewiß nicht daran, daß Sie uns ſobald verlaſſen ſollen; denn erſt geſtern Abend ſprach er von Briefen, die er Ihnen an einige Freunde mitgeben wolle, überdieß weiß ich—“ hier lächelte ſie etwas gezwungen „daß er noch einige gute Lehren in Betreff ihrer neuen Laufbahn für Sie in petto hat, denn er glaubt, daß ſolche für einen jungen Ofſtzier vom höchſten Werth ſeyn müſſen.“
„Ich bin in der That Sir George zum innigſten Danke verpflichtet, und wahrlich, niemals war vielleicht Jemand des Rathes bedürftiger, als ich.“ Die letzten Worte ſagte ich, halb in Nachdenken verloren, und wollte nicht, daß ſie dieſelben hören ſollte.
„Ei, ſo halten Sie ſich doch an meinen Vater,“ ſagte ſie eifrig;„er iſt ſehr gut auf Sie zu ſprechen, und wird gewiß Alles thun, was in ſeiner Macht ſteht—“
„Ich fürchte leider, das wird er nicht thun, Miß Daſhwood.“


