2²⁰ nngebchi⸗ dieſes im Hauptquartier ſeines Regiments er⸗ ſcheine.“
So kurz und einfach dieſe Zeilen waren, ſo klangen ſie doch wie Himmelsmuſik in meinen Ohren. Meines Regiments! So war ich alſo doch endlich Soldat; ſo war der erſte Wunſch meiner früheſten Kindheit wirklich erfüllt; und mein Oheim, was wird er ſagen? was wird er denken? 3
„Ein Brief von der Poſt, Sir,“ ſagte Mickey in dieſem Augenblick. Ich ergriff ihn haſtig; er kam von der Heimath, war aber von Conſidines Hand. Wie bebte mein Herz, als ich ihn umdrehte, um nach dem Siegel zu ſehen! Gott ſei Lob und Dank! ſagte ich, als ich bemerkte, daß es ein rothes war. Ich riß es auf und las:
„Mein lieber Charley!— da Godfrey am Podagra darnieder liegt, ſo hat er mich erſucht, Dir zu ſchreiben. Deine Anſtellung beim 14. Regiment hat ihn, trotz aller ſeiner Vorurtheile gegen das Militär, ungemein erfreut. Unter uns geſagt, ich glaube auch, daß Deine akade⸗ miſche Laufbahn, wovon ihm Einiges zu Ohren gekom⸗ men iſt, ihm die Ueberzeugung beigebracht hat, Deine Force liege nicht in der Gelehrſamkeit. Du weißt, daß ich dies immer geſagt habe, aber man wollte mich nicht gelten laſſen. Deine neuen Ausſichten ſind der Art, daß Deine beſten Freunde Dir keine ſchönere wünſchen könnten; Du beginnſt zeitig; Dein Regiment gehört zu den aller⸗ beſten; Ihr ſeid zum aktiven Dienſt kommandirt; was kannſt Du mehr wünſchen?“
„Dein Oheim hofft, daß Du, wenn Du auf ein paar Tage Urlaub erhalten kannſt, zu uns kommen wirſt, und ich hoffe es auch, denn er iſt ungewöhnlich nieder⸗ geſchlagen und ſpricht davon, daß er Dich nie wieder ſehen werde und dergleiche Zeug.“ 3
„Ich habe deßhalb, ſo wie überhaupt Deinetwegen an Merivale, Deinen Oberſten, geſchrieben. Wir waren vor vierzig Jahren Cornets zuſammen, und Du wirſt


