Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1846)
Entstehung
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chenthuͤre auf— eine andere Verwahrung wurde ſelbſt bei Nacht nicht nöthig erachtet— und ſuchte tappend den Weg die Treppe hinan. Im ganzen Hauſe rührte ſich Nichts, und das Schweigen umher mahnte mich wohl zu überlegen, was ich thun wollte. Es war von der höchſten Wichtigkeit, daß mein Oheim Nichts vom gan⸗ zen Handel erfuhr, weil er ihn ſonſt unvermeidlich zu ſeinem eigenen gemacht, und indem er mich als Knaben behandelte, der Sache diejenige Wendung gegeben haben würde, die ich am meiſten fürchtete. Sir Harry Boyle dagegen wollte gewiß das Ding in's Lächerliche ziehen, eine hübſche Geſchichte, vielleicht gar ein Liedchen daraus machen, und am Ende verlachte er mich über meinen Einfall Genugthuung zu verlangen. Conſidine, das wußte ich, war mein Mann: aber er befand ſich in Ath⸗ lone, wenigſtens hatte mir mein Oheim ſo geſchrieben: doch vielleicht war er auch zurückgekehrt; wo nicht, ſo breche ich ſogleich nach Athlone auf. Mit dieſem Ent⸗ ſchluß ſtahl ich mich geräuſchlos die Treppe hinan und kam vor das Schlafzimmer des Grafen: ich öffnete leiſe die Thüre, trat ein, und obſchon mein Fußtritt mir ſelbſt beinahe unhörbar blieb, ſo entging er doch dem wachſamen Bewohner des Zimmers nicht, der in ſeinem

Bette aufſpraug und mit rauher Stimme: Wer da?

rief.

„Charles, Sir,“ ſagte ich, die Thüre ſorgfältig ver⸗ ſchließend und auf das Bett zuſchreitend;„Charles O'Malley, Sir: ich bin gekommen Sie um Ihren Rath zu bitten, und da die Sache keinen Aufſchub leidet, ſo habe ich Sie ſtören müſſen.“

„Thut nichts, Charley,“ verſetzte der Graf:„ſetz Dich; da in der Nähe des Bettes muß ein Stuhl ſein— haſt Du ihn gefunden? da, ſo! nun was iſt's? Wie ſteht's mit Blake?“

„Sehr ſchlecht, könnte nicht ſchlechter ſtehen; aber deßhalb bin ich nicht gekommen: ich habe mich in einen böſen Handel verwickelt, Sir.“