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„Mr. O'Malley, Sie ſind zu jung, als daß ich glauben könnte, Sie wollten mich beleidigen; aber ich warne Sie vor jeder Wiederholung ſolcher Aeuße⸗ rungen.“
Ich ſah, daß ich meine Grenzen überſchritten hatte, aber auf was für eine Art, das konnte ich, ehrlich ge⸗ ſtanden, nicht errathen; denn obſchon älter an Jahren als meine ſchöne Geſellſchafterin, ſtand ich ihr doch in Beziehung auf Takt und Verſtändigkeit des Benehmens in einer beklagenswerthen Weiſe nach.
Die graue Abenddämmerung war längſt hereinge⸗ brochen, als wir noch immer neben den flammenden Holzkohlen mit einander plauderten— ſie ergötzte ſich augenſcheinlich an den originellen Lebensanſichten eines unbewachten und unerfahrenen Knaben; ich aber trank in tiefen Zügen jene Liebe ein, die mein Herz ſpäterhin auf mancher Breſche und auf manchem Schlachtfeld ſtählte.
Unſere Unterredung wurde endlich durch den Ein⸗ tritt von Sir George unterbrochen, der mir ſehr herzlich die Hand drückte und ſich ungemein freundlich nach mei⸗ nem Befinven erkundigte.
„Man ſagt mir, Sie wollen ein Rechtsgelehrter werden, Mr. O'Malley,“ ſagte er,„und in dieſem Fall möchte ich Ihnen rathen, auf ihr Kopfſtück beſſer Acht zu haben.“
„Ein Rechtsgelehrter, Papa? Gott im Himmel, ich hätte nie gedacht, daß er ſo etwas Stupides werden könnte.“
„Wie, einfältiges Mädchen, was meinſt Du denn, daß ein Mann werden ſoll?“
„Ein Dragouer, natürlich, Papa,“ ſagte das zärt⸗ liche Mädchen, indem ſie den Arm um ſeine mannhafte Figur ſchlang und ihm mit einem Ausdruck von Stolz und Liebe in's Auge blickte.
Dieſes Wort beſtegelte mein Schickſal.


