25 Blake und ſeine Familie hatten ſich, obgleich ſchon ſeit vielen Jahren mit meinem Oheim zerfallen, doch gegen mich jederzeit freundlich und gutherzig erwieſen, und obſchon ich anſtändigerweiſe kein inniges Freundſchafts⸗ verhältniß mit ihnen hatte anknüpfen können, ſo hatte ich doch allen Grund, eine freundliche Geſinnung gegen mtch vorauszuſetzen. Das Haupt der Familie war ein Galwayſquire vom älteſten und ächteſten Schlag: ein gewaltiger Jäger, ein fahrläſſiger Oeconom und höchſt ſorgloſer Vater; ein Fuchs war in ſeinen Augen ein unendlich werthvollerer Theil der Schöpfung als eine franzöſiſche Gouvernante; die Kunſt mit den Hunden keck auszureiten, galt ihm ungleich höher als alle Gelehr⸗ ſamkeit eines Porſon. Seine Töchter waren ganz nach ſeinem Herzen; die gutartigſten, ſchlecht erzogenſten, übermüthigſten, luſtigſten, lärmendſten, g arſtigſten Mäd⸗ chen in der Gegend, jederzeit bereit, ohne Sattel über eine vier Fuß hohe Planke zu ſetzen und nach der viel⸗ beliebten Melodie:„Der Wind, der durch die Gerſte fährt,“ vier Stunden hinter einander zu tanzen, allen Offizieren zum Trotz, die ihr hartes Schickſal und das Kriegsminiſterium jemals nach Galway verdammte.
Die Mama hatte nichts Ausgezeichnetes, als eine ſtarke Vorliebe für das Whiſt und ein unverwüſtliches Glück, was alle Welt weniger der blinden Göttin, als ihren eigenen Fähigkeiten zuſchrieb.
Der Erbe des Hauſes endlich war ein junges Bürſchchen, etwa von meinem Alter, deſſen Talente ſich darauf beſchränkten, ſpathbehaftete und kurzathmige Pferde an Infanterieofftziere zu verkaufen, mit ſicherem Erfolg eine Parthie Billard zu ſpielen, auf den Bällen den Ehrenknecht ſeiner Schweſtern zu machen und ſie genugſam mit Täanzern zu verſehen, endlich ſich um einen Platz für ſeine Mutter an einer Balltafel meiſter⸗ haft herumzuzanken. Dieſe rührenden Züge von kindli⸗ cher und brüderlicher Zärtlichkeit, die im eigenen Hauſe gewöhnlich mehr geſchätzt werden als auswärts, hatten


