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worden war, wurden von allen Seiten eingereicht, und ein unbetheiligter Beobachter konnte ſich dabei des Ge⸗ dankens nicht erwehren, daß, wenn vorbeſagter O'Malley ein unabhängiger, unbeſchränkter Monarch geweſen wäre, wie er jetzt blos Parlamentsmitglied für Galway war, das Königreich, deſſen Schickſal in ſeiner Hand gelegen, nicht wenig von einer ganzen Fluth abgeſchätzter Papiere gelitten haben würde: doch dem mochte ſein, wie ihm wollte, ſo viel war klar, daß alle Beſitzungen der Fa⸗ milie nicht hinreichten, um ein Viertheil der Schulden zu bezahlen, und die einzige Frage war die, welche ſich gewöhnlich am dürftigen Mahle bei einer Poſtkutſchen⸗ fahrt erhebt, wer wohl der Glückliche ſeyn werde, dem die Zerlegung des Bratens zufalle, wobei ſo mancher hungrig davontrollen müſſe.
Es entſtand jetzt zwiſchen dieſen verſchiedenen hochr begabten Gentlemen eine Art Wettſtreit, wer zuerſt üben das Schlachtopfer herfallen ſolle, und betrachtet ma⸗ die Geſchicklichkeit der Juriſtenkaſte, ſo wird wohl Nie⸗ mand zweifeln, daß alle erdenklichen Mittel, ſeiner hab⸗ haft zu werden, in Vorſchlag kamen. Während in Dublin Haftbefehle gegen ihn ausgeſtellt wurden, ſchickte man in die benachbarten Grafſchaften Sendlinge aus, um, im Fall ſeines Entweichens, auch hier gleich Papiere in Bereitſchaft zu halten. Sogar die Seebeamten wurden in Pflicht genommen, daß ſie ihn auf dem Meere verfolgen wollen, und da der große Naſſauer Luft⸗ ballon damals noch nicht vorhanden war, ſo ſchien ganz und gar keine Möglichkeit des Entrinnens denkbar, und die ungleichſten Wetten wurden eingegangen, daß binnen vier und zwanzig Stunden das weiland Parlaments⸗ mitglied in Sr. Maj. Kerker zu Newgate ſein otium cum dignitate genießen werde.
Die Erwartungen waren aufs Höchſte geſtiegen, das Vertrauen wuchs mit jeder Stunde, der Erfolg ſchien vollkommen gewiß, als inmitten dieſer freude⸗
Lever, O'Malley. J. 2


