Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1846)
Entstehung
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ſtrahlenden Hoffnungen das ſchreckliche Gerücht ſich ver⸗ breitete, O'Malley ſey nicht mehr. Einer hatte es erſt vor fünf Minuten in der Abendausgabe von Falkners Anzeige geleſen ein Anderer hatte es in der Gerichts⸗ halle vernommen ein Dritter hatte den Oberrichter

belauſcht, wie er dem Juſtizminiſter die traurige Kunde

mittheilte und endlich rannte vom College green ein athemloſer Zeuge mit der Botſchaft herbei, Daly's

Klubhaus ſei geſchloſſen und die Fenſterläden zugemacht.

Die Beſtürzung, welche dieſe Nachricht allenthalben verbreitete, läßt ſich ſchlechterdings nicht beſchreiben; nichts in der Weltgeſchichte kommt ihr gleich, außer vielleicht der Einzug der franzöſiſchen Armee in die von ihren Bewohnern verlaſſene und nunmehr öde Stadt Moskau. Während alſo Schreck und Aerger unter der zahlreichen, hochachtbaren Körperſchaft, welche O'Malley's Gläubiger bildeten, um ſich griff, gingen die Vorberei⸗ tungen zu ſeinem Leichenbegängniß möglichſt raſch von Statten Relais wurden auf jede Station der Reiſe beordert, und man kündete an, daß aus Rückſicht auf die hohen Verdienſte des Verblichenen eine zahlreiche Geſellſchaft von Freunden ſeine ſterbliche Hülle nach der Portumna Abtei geleiten werde ein Umſtand, der freilich mehr auf kräftigen Widerſtand für der Fall eines Verſuchs die Leiche aufzuhalten, als auf Ebrer⸗ bietung gegen den abgeſchiedenen Freund ſchließen ließ.

So ſtanden die Dinge in Dublin, als ich eines Morgens auf O'Malley Caſtle einen Brief erhielt, deſſen Inhalt die Abſicht des Schreibers erklären und zugleich dazu dienen mag, meine Wenigkeit dem geneig⸗ ten Leſer vorzuführen. Das Schreiben lautete wie folgt:

Theurer Charley!

Dein Oheim Godfrey, deſſen Schulden(Gott ver⸗ zeih es ihm) zahlreicher ſind, als die Haare ſeiner Perücke, ſah ſich geſtern Nacht genöthigt, hier zu ſter⸗ ben. Wir brachten die Sache aufs Beſte für ihn in's