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Der Montenegriner oder Christenleiden in der Türkei : Roman / von Heinrich Ritten von Levitschnigg
Entstehung
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gaß! Ich gebe dir deine eigenen Worte zurück, die du einſt in meinem niedergebrannten Heimathsdorfe geſprochen. Du haſt mich in die Reihe der heiſern Halbmänner, der Eunuchen geſtoßen. Werde meinesgleichen!

Darauf erfolgte die zweite That der Vergeltung.

Der Paſcha von Travnik war von einem Kinde entmannt worden.

Pawel rühmte wie früher das Gold Juſſuw's, dem er ſeine Kenntniſſe verdanke und ſtillte die Blutung mit kundiger Hand. Der Wütherich ſank aufs Neue in Ohnmacht.

Und abermals graute der Morgen!

Man hatte den Paſcha frühzeitig geweckt. Diesmal war es Mirxa, welcher den Hungernden ſpeiſte, den Durſtigen tränkte. Ein zweiter Tag war abgelaufen, am dritten Morgen mußten die Skla⸗ ven in den äußern Gemächern aufmerkſam werden, und gewaltſam in das abgeſperrte Erkergemach zu dringen verſuchen. Hei, wie wollte ſich Juſſuw dann ſattſam an ſeinen Peinigern rächen! Es war noch immer möglich, wenn gleich verſtümmelt und geſchändet, mit dem Leben davon zu kommen. Alſo lautete der Gedankengang des verſtockten Sünders. Er irrte ſehr. Die Langmuth des Allerbar⸗ mers war erſchöpft. Die Hölle ſollte bald um einen Teufel reicher werden.

Die Vehme der Kleinen ſchritt zum Schluſſe des Rache werkes.

Patila trat mit einer ſpitzigen Meſſerklinge an das Lager Juſſuw's.

In der Bibel, ſtammelte ſie,ſteht geſchrieben, Zahn um Zahn, Glied für Glied, Auge um Auge! Du haſt mir grauſam den kaum geſchenkten Anblick von Gottes ſchöner Welt geraubt. Auch du ſollſt nimmermehr ihr heiteres Sonnenlicht, ihre duftigen Blumen ſchauen!

Damit ſtach ſie dem Paſcha von Traonik die Augen aus.

Pawel labte den geblendeten Sünder.

Und ſie ſtieg herauf Gottes herrliche, wunderthätige Sonne, und Schnee und Eis zerſchmolz bei ihrem feurigen Kuſſe; die Schwalben ſtrichen als Vorboten des nahen Frühjahres zwitſchernd durch die Lüfte, und manches liebliche Veilchen ſtreckte ſein blaues Köpfchen aus dem feuchten Raſen empor, wie neugierig fragend, ob denn die Zeit zum Blühen und Duften auch wirklich gekommen ſei,