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Der Montenegriner oder Christenleiden in der Türkei : Roman / von Heinrich Ritten von Levitschnigg
Entstehung
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Zweites Capitel. Die Nachſchrift.

Es iſt hier nicht der Ort, eine Geſchichte und Geographie Bos⸗ nien's zu ſchreiben. Nachſtehende kurze Daten dürften zur Orien⸗ tirung des Leſers hinreichen. Bosnien ſcheint im Alterthume ein

Theil Dalmatien's geweſen zu ſein, auch hält man Serajevo nach den dortigen Reſten einer antiken Waſſerleitung für eine römiſche

Niederlaſſung. Nach Stiftung des ſerbiſchen Reiches ſoll ſich einer 8 8 der eingewanderten Slavenſtämme, die es begründeten, unter einem

eigenen Zupan oder Häuptlinge am Bosnafluße niedergelaſſen ha⸗ ben. Später mußte Bosnien auf einige Zeit ſich dem Scepter der byzantiniſchen Kaiſer beugen. Serben, Ungarn und Türken wech⸗ ſelten dann in der Oberherrſchaft, bis das arme Land nach der Schlacht bei Mohacs anno 1527 bleibend in die Gewalt der Tur⸗

1 banträger gelangte. Das Vordringen der Oeſterreicher unter Picco⸗ lomini im Jahre 1689 war von kurzer Dauer, und mit dem Frie⸗

densſchluſſe zu Paſſarowitz, etwa zehn Jahre ſpäter, laſtete das muhamedaniſche Joch wieder dauernd auf dem Nacken der unglück⸗ 3 3 lichen Südſlaven. 2 Die Türken verbanden mit Bosnien auch die Herzogewina 4 1 und Kraina oder türkiſch Dalmatien und Kroatien, ſo daß dies Ejulet einen Flächenraum von 840 Quadratmeilen umfaßt. Es 4 ſtößt im Norden an das öſterreichiſche Kroatien, gegen Oſten an 4 4 4 Serbien, gegen Süden an Montenegro und Albanien, endlich im Weſten an die Gebirge Dalmatien's. Das ganze Land wird von 3 4 den dinariſchen Alpen durchzogen, iſt ſehr romantiſch und fruchtbar, reich an edlen wie gemeinen Metallen, an Goldſand goldhältig 8 3 ſoll vorzugsweiſe der Fluß Verbas ſ ein, der unterhalb Alt⸗Gradiska 1 5