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meinen Degen zu kreuzen, oder einen Schuß zu wechſeln? will das nichts heißen, daß ich bei meinem König in Ungnade falle, von meinem Vater enterbt werde— zu⸗ gleich ein Bettler und ein Verbannter? will das nichts heißen, mein Herr, daß der älteſte Name Frieslands aus der Liſte der Edlen ſeiner Nation geſtrichen wird? Iſt das nichts in Ihren Augen, daß ich bin, was ich jetzt bin?“
„Die letzten Worte wurden mit einer Stimme ge⸗ ſprochen, worüber Norvins Herzblut gerann; aber er konnte nichts ſprechen, konnte kein Wort erwiedern.
„Was!“ ſagte van Halsdt in einem Tone beißenden Spottes;„ich dachte, daß vielleicht in der ploͤtzlichen Ueberraſchung Ihr Muth, nnvorbereitet auf eine uner⸗ wartete Herausforderung, für einen Augenblick Sie ver⸗ laſſen habe; aber iſt es möglich, daß Sie eine Memme ſind? iſt dieß wirklich der Fall?“
„Norvins ſenkte ſeinen Kopf— die Angſt des To⸗ des hatte ihn ergriffen. Endlich unterbrach van Halsdt die ſchreckliche Pauſe; er ſprach—
„Adieu, mein Herr; es thut mir leid um Sie, ich hoffe, wir treffen uns nie wieder: laſſen Sie mich Ihnen indeſſen einen Rath geben, ehe wir ſcheiden. Es gibt nur Einen Rock, den man ungeſtraft tragen kann, wenn man ein boshaftes und feiges Herz hat; werden Sie ein——“
„Herr Abbe, man erwartet Sie zum Diner,“ ſagte ein Diener, der in dieſem Augenblick der Geſchichte eintrat.
„Ma foi, und ſo iſt es,“ ſprach er, fröhlich auf ſeine Uhr ſehend, als er ſich aus ſeinem Stuhle erhob.
„Aber das Fräulein,“ bemerkte ich,„was iſt aus ihr geworden?“
„Ah, Margaretha; ſie verheirathete ſich in weniger als drei Monaten mit van Halsdt; der Küraſſter er⸗ holte ſich zum Glück von ſeinen Wunden; es ſtellte ſich
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