Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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offene Land, ſchweigend und jeder in ſeine Gedanken ver⸗ ſunken.. In einem kleinen Wirthshaus verſahen ſie ſich mit Pferden und einem Führer nach Katznach, das un⸗ gefähr fünf Stunden weit im Gebirge lag. Der Weg war ſo ſteil, daß ſie genöthigt waren, im Schritt zu reiten und haufig abzuſteigen, um ihre Pferde zu füh⸗ ren; dennoch wurde beiderſeits kein Wort geſprochen. Nur einmal fragte Norvins,wie er ſeine Piſtolen aus Frankfurt bekommen wolle? worauf der andere kurz antwortete:ſie ſorgen für die Waffen! Dann wa⸗ ren beide wieder ſtill.

Norvins war etwas verwundert und auch verletzt, daß ihm ſein Gefährte in einem ſolchen Augenblick ſo wenig Vertrauen ſchenkte; allerdings hätte er ſeine Ge⸗ danken gerne gegen die eines andern vertauſcht, aber er ließ ihn ſchweigend über ſeine unglückliche Lage nach⸗ grüͤbeln, und uüber ſeinen Jammer brüten, der jede Mi⸗ nute zu ſteigen ſchien.

Dort kommen ſie die Straße her; ich ſehe ſie jetzt, ſagte plötzlich van Halsdt, indem er den andern aus einem tiefen Strome melancholiſcher Gedanken er⸗ weckte.Ha, wie lahm er geht, rief er mit wildem Jubel.

In einigen Minuten ſtieg die Geſellſchaft, aus vier Perſonen beſtehend, ab, und ging in den kleinen Kirchhof neben der Kapelle. Einer von ihnen ſchritt haſtig auf van Halsdt zu, ſchüttelte ihm warm die Hand und flüſterte ihm etwas in's Ohr. Der andere erwie⸗ derte ihm etwas: worauf ſich der erſte Sprecher mit einem Blick unausſprechlicher Verachtung gegen Norvins wendete, und dann an ihm vorbei auf die gegenüber⸗ ſtehende Gruppe zuging. Eduard bemerkte bald, daß dieſer Mann als Halsdt's Sekundant auftreten ſollte; und ob er gleich eigentlich froh war, daß ein ſolches Amt nicht ihm zu Theil geworden, ſo war er doch tief

Lever, O Leary. J. 21 3