Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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Und er hatte Necht. So groß auch ſein eigener Widerwille gegen ihn war, ſo war doch der ihrige noch weit größer. Nicht nur wich ſie ihm bei jeder Gelegen⸗ heit aus, ſondern fand auch, wie es ſchien, Gefallen daran, ihn ihre Kälte fühlen zu laſſen, um dieſelbe, ver⸗ glichen mit ihrem Benehmen gegen andere, in's grellſte Licht zu ſetzen. Freilich ſchien er ſich wenig darum zu kümmern; er rächte ſich bloß durch einen halb unver⸗ ſchämten Ton von Ungezwungenheit, durch eine Art ſcherzhafter Vertraulichkeit, die für ein Frauenzimmer äußerſt beleidigend und für ihre Anbeter furchtbar mar⸗ ternd iſt.

Ich wünſche nicht, meine Geſchichte in die Länge zu ziehen; auch könnte ich es nicht, ohne auf die Ein⸗ zelnheiten des tagtäglichen Lebens einzugehen, das jetzt ſo gänzlich verändert wurde. Margaretha und Norvins ſprachen ſich nur ſelten allein, und dann weniger, um einander ihre gegenſeitige Achtung zu bezeugen, als um ſich über die vielen Fehler desjenigen auszulaſſen, der ſie ſo gänzlich entfremdet hatte. Alle Gerüchte zu ſei⸗ nem Nachtheile, die in Frankfurt cirkulirten, wurden ge⸗ hörig durchgenommen; und ob ſie ihm gleich aus ihrer eigenen Erfahrung wenig zur Laſt legen konnten, ſo dachten ſie nur um ſo mehr aus und verdammten ihn einmüthig.

Für Norvins wurde er fündlich unerträglicher. In ſeinem ganzen Benehmen gegen ihn lag der ruhige, gemeſſene Ton eines Höhern gegen einen Geringern die großmüthige Inſchutznahme eines Aeltern gegen einen Jüngern, der weniger fähig iſt, ſich zu vertheidigen; dieß in Verbindung mit dem Bewußtſeyn des andern, wie manche geiſtige Vorzüge er vor ihm voraus hatte, ver⸗ doppelte die Bitterkeit der Kränkung. Da er nie im Geſandtſchaftsbureau erſchien, und ſich durchaus nichts um die Geſchäfte kümmerte, ſo trafen ſie ſelten zuſam⸗ men, außer bei Tiſche; hier war ſeine Erſcheinung das Signal zu Zwang und zur Zurückhaltung eine Un⸗