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„Noch etwas Claret, Johann,“ ſagte er zu dem eintretenden Haushofmeiſter, indem er die letzte Sylbe faſt verſchluckte.“
„Der Mann fuhr zurück und heftete ſeine Augen auf die leere Karaffe.“
„Und höret, Alter,“ ſagte van Halsdt,„nehmt Euch in Acht— die letzte Flaſche habt Ihr abſcheulich unter⸗ einander geſchüttelt. Es iſt alter Wein und verträgt keine ſolche Behandlung.“
„Der alte Mann begab ſich mit einem tiefen Seuf⸗ zer hinweg und kehrte in ungefähr zehn Minuten aus dem Keller mit einer Flaſche zurück.“
„Hat Euch die Vorſehung nicht mit zwei Händen geſegnet, Freund?“ ſagte van Halsdt.—„Geht hinunter und holet noch eine.“
„Geht, Johann,“ ſagte Norvins, als er ihn zögern ſah, und auch, weil er nicht wußte, was ſeine Weigerung nach ſich ziehen könnte; darauf ſtand er, ohne ein wei⸗ teres Geſpräch abzuwarten, auf und entfernte ſich.
„Nun, dachte er, als er wieder allein war, wenn er ein hübſcher Kerl iſt, und das iſt nicht zu läugnen, ſo habe ich doch Einen Troſt, er iſt ein ausgemachter Säufer. Margarethe wird ihn nie leiden können; denn dieß war im Grunde ſeines Herzens die Quelle ſeines vorzeitigen Haſſes und ſeine Furcht vor ſeinem neuen Collegen; und während er dahinſchenderte, dachte er über die verſchiedenen Mittel nach, wie er ſeine eigenen Vorzüge gegenüber den Mängeln des andern, worüber er ſogleich mit ſich im Klaren war, in's Licht ſetzen könne; allmälig vernünftelte er ſich ſogar in die Ueber⸗ zeugung hinein, daß es wahre Thorheit ſey in ihm einen Nebenbuhler zu fürchten, und daß, welches Glück auch ſein hübſches Geſicht und ſeine ſchöne Geſtalt anderswo machen könnten, Margaretha nicht das Mädchen ſey, durch ſolche Reize ſich feſſeln zu laſſen, namentlich wenn ſie mit einem unruhigen Temperament und einem un⸗ gebildeten Geiſte verbunden ſeyen.


