mit der Zeit umzugehen, und habe daher auf der letzten Station zu Mittag geſpeist.“ Dieſe Entſchuldigung zeigte wenigſtens von ſeiner Seite einen Wunſch, pünkt⸗ lich zu ſeyn, und ſtimmte ſogleich den Sekretär zu ſei⸗ nem Gunſten. Der Baron ſelbſt ſprach ſehr wenig. Was Margaretha betraf, ſo gönnte ſie ihm während des ganzen Diners kein einziges Wort, und Norvins konnte kaum die wenigen an einer Tafel üblichen Ge⸗ meinpläͤtze herausbringen, er ſaß dort und betrachtete ihn von Zeit zu Zeit mit ſteigendem Widerwillen.
„Van Halsdt konnte nicht umhin, zu bemerken, daß ſein Empfang von der kälteſten Art war; dennoch ſprach er, ſey es nun aus vollkommener Gleichgültigkeit gegen die Thatſache, oder in der Abſicht, ihre Gefuͤhle gegen ihn zu überwältigen, unaufhörlich fort über Alles, was ihm in den Sinn kam— über Diners bei Hof, über Theater, diplomatiſche Soiree's, Neuigkeiten aus frem⸗ den Ländern— über dieß Alles redete er mit genauer Kenntniß. Es gelang ihm jedoch nicht, der Geſellſchaft gleiche Geſprächigkeit abzulocken. Der alte Baron zog ſich, ſeiner Gewohnheit gemäß, unmittelbar nach dem Diner zurück. Bald darauf verſchwand auch der Sekre⸗ tär; Margaretha machte ihre Abendſpazierfahrt auf den Boulevards: und Norvins wurde mit ſeinem Kameraden allein gelaſeen. Anfangs war er im Begriff, eine Ein⸗ ladung vorzugeben dann drängte ſich ihm die Verlegen⸗ heit des Augenblickes mit Gewalt auf, und er blieb ſtill, ſchweigend und beſtürzt ſitzen.“
„Iſt noch Wein in dieſer Karaffe?“ fragte van Halsdt mit kurzem abgebrochenem Tone, indem er auf die Flaſche neben ihm deutete.„Bitte, reichen Sie mir's herüber. Ich habe erſt drei Glas getrunken. Morgen werde ich beſſer wiſſen, wie bald Ihre Geſell⸗ ſchaft hier aufbricht.“
„Ja,“ erwiederte Eduard ſchüchtern, ohne recht zu wiſſen, was er ſagen konnte.„Der Baron zieht ſich jeden Abend um ſieben in ſein Studierzimmer zuruck.“


