ſeiner Ankunft das Zuſammenleben aufhören müſſe, das ihn zum glücklichſten Manne machte. Sogar der Ba⸗ ron ſeldſt war unwillig darüber, das man ihm einen Taugenichts aufhalſen wollte, damit ſich derſelbe be⸗ kehre— aber er war einmal der Sohn eines Miniſters: der König ſelbſt hatte die Beſtallung unterſchrieben und die Sache war nicht mehr zu ändern.
„In der That erwarteten ſie die Ankunft des neuen Gaſtes mit allen Gefühlen, nur nicht mit denen des freundlichen Willkomms. Schon in dem kurzen Zeit⸗ raume zwiſchen der Beſtallung und ſeiner Ankunft dran⸗ gen zu ihnen hundert Gerüchte über ſeine zahlreichen Händel und Abenteuer, über ſeine Duelle, ſeine Schul⸗ den, ſein Spiel und ſeine Heldenthaten in der Liebe. Alles wurde natürlich gehörig übertrieben. Der armen Margaretha war es zu Muthe, als ob ein Gehülfe des Satans ihnen einen Beſuch abſtatten ſollte, und Nor⸗ vins ſah ihm mit ahnungsvoller Furcht entgegen.
„Der Tag kam, und die Stunde des Diners wurde aus Rückſicht für den Sohn des großen Mannes in Er⸗ wartung ſeiner Ankanft um zwanzig Minuten verſcho⸗ ben; endlich giengen ſie ohne ihn zu Tiſche, ſchweigend und traurig. Der Baron, vererießlich über den Ein⸗ trag, welchen eine ohne Erfolg gebliebene Höflichkeit ſeiner Würde that; der Sekretär ärgerlich über die entrées, die verbrannt waren; Margaretha und Eduard trauernd über ein Glück, das nie wiederkehren ſollte— plötzlich fuhr in vollem Galopp eine Kaleſche in den Hof, die Tritte klirrten nieder und heraus ſprang ein in einen Mantel gehüllter Mann: noch ehe ſie ſich von ihrem erſten Erſtaunen erholt hatten und wieder ſpre⸗ chen konnten, öffnete ſich die Thüre des Speiſeſaals und er trat ein.
„Ich geſtehe, es wäre eine ſchwierige Sache gewe⸗ ſen, die Blicke und das Aeußere genau zu beſtimmen, die der ganzen Geſellſchaft gefallen hätten. Welcher Art die Gefühle der andern waren, weiß ich nicht, aber


