Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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liengeſellſchaft, denn Sie müſſen wiſſen, daß ſie alle in dem gleichen Hauſe lebten und jeden Tag zuſammen⸗ ſpeisten; den Altachés der Geſandtſchaft wurden die Sorgfalt und Aufmerkſamkeit des Cheſs in einem Grade zu Theil, als ob ſie ſeine eigenen Kinder wäͤren. Nor⸗ vins verliebte ſich bald in die hübſche Maragretha— wie konnte es anders ſeyn? ſie waren beſtändig beiſam⸗ men, er war ihr Geſellſchafter zu Hauſe, ihr Begleiter auf jeden Ball, ſie ſpazierten, laſen, zeichneten, ſangen zuſammen und wurden in der That ſehr bald unzer⸗ trennlich. In alle dem lag nichts, was Anlaß zu Be⸗ merkungen geben konnte. Die vertrauliche Lebensweiſe einer Geſandtſchaft erlaubte dieß, und ſo wie ihr in di⸗ plomatiſche Angelegenheiten ſtark vertiefter Vater keine Zeit hatte, ſich mit ihnen zu beſchäftigen, ſo that es auch ſonſt Niemand. Der Sekretär hatte in den erſten zehn Jahren ſeiner Laufbahn bei jeder Geſandtſchaft denſelben Weg eingeſchlagen und ſah darin nur das ge⸗ wöhnliche Lebensgeleiſe eines Attaché.

„Solcher Art alſo war der liebliche Strom ihres Lebens, als ſich ein Ereigniß begab, das ihn ſtören und ſeinem Bette für immer eine andere Richtung ge⸗ ben ſollte. Eines Morgens erhielt die Geſandtſchaft eine Depeſche mit der Mittheilung, daß ein gewiſſer Herr van Halsdt, Sohn eines Miniſters, der ſich neu⸗ lich in einem Cavallerie⸗Regimente gegen die Disziplin vergangen hatte und in Folge deſſen abgedankt worden war, der Geſandtſchaft beigegeben werden ſollte. Noch nie hatte etwas auf Margaretha und ihren Liebhaber einen erſchütternderen Eindruck gemacht, als dieſe Nach⸗ richt. Ihr war der Gedanke, mit einem ſo wilden und unruhigen Charakter zuſammenzukommen unerträglich; für ihn lag darin der höchſte Jammer; er ſah plötzlich ſeinen täglichen vertrauten Umgang mit ihr unterbro⸗ chen; es wurde ihm klar, daß ihre frühere Lebens⸗ weiſe nicht langer fortgeſetzt werden konnte und daß mit

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