Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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bloße Spekulationen über die Zukunft, und ich konnte nicht umhin, einen Wink in dieſem Sinne fallen zu laſſen. 3

„Vielleicht haben Sie recht,“ ſagte er; dann fügte er nach langem Schweigen hinzu—„es iſt am Ende ein wahres Glück, wenn die Gemüthsfehler eines Man⸗ nes einige Strafe nach ſich ziehen, ſo lange er noch jung iſt; denn dann gefährden ſtie ſelten ſeine folgende Lauf⸗ bahn. Entgeht er hingegen der gerechten Züchtigung, ſo mag er Ausſichten haben, welche er wolle, er kann ſich keine Stunde ſeines ſpatern Lebens mehr freuen; ſeine ganze Sorge, all ſein Streben iſt nicht auf Beſſe⸗ rung, ſondern auf Verheimlichung gerichtet, er führt ein Leben täglicher Falſchheit; bei jedem Schritte, den er thut, ſchwebt über ihm die Furcht der Entdeckung, und er ſpielt ſeine Rolle ſo beharrlich, daß er endlich durch Uebung in der Verſtellung allen wahren Charakter ver⸗ liert. Soll ich Ihnen ein kleines Beiſpiel erzählen, womit ich in meiner Jugend bekannt geworden bin, wenn Sie nichts Beſſeres zu thun haben— ſo kann es uns vor dem Mittageſſen die Stunden verkürzen.

Dreizehntes Kapitel. Die Geſchichte des Abbe.

„Ohne Sie mit unerheblichen Einzelnheiten über die Familie und Verwandtſchaft meines Helden, wenn ich ihn ſo nennen darf, zu ermüden, will ich nur er⸗

wähnen, daß er der zweite Sohn einer alten belgiſchen Familie von einigem Rang und Reichthum war und den Sitten ſeines Hauſes gemäß für die diplomatiſche Laufbahn gebildet wurde; zu dieſem Zwecke hielt man Reiſen für die beſte Vorbereitung— da fremde Spra⸗ chen mit ſo viel Kenntniß der Geſchichte, des Völker⸗ Lever, O'Leary. 1. 20