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„Alſo iſt jetzt Ihr Oheim in deren Beſitz?“
„Nein, mein Oheim iſt geſtorben— und ſo ſind ſie ſeit zwei bis drei Jahren in meinem Beſitze.“
„Aha— ah ſo— iſt's möglich?“ ſagte er mit einigem Erſtaunen; ſodann fuhr er, gleich als ob er ſich ſeines Ausrufes geſchämt hätte, in viel herzlicherm Tone als Anfangs fort:„welch ein unerwartetes Glück
— nicht wahr?— den Neffen meines alten Freundes Mark zu finden!“ „Nicht ſeinen Neffen, ich war nur——“
„Schweigen Sie, ſchweigen Sie; er war ſo eine Art von Oheim, wie Sie wiſſen. Es dürfte Jedermann auf ihn ſtolz ſeyn. Welch ein herrlicher Mann! voll Scherz, voll Geiſt und Leben. Ah, gerade wie alle Ihre Landsleute— ich habe ſelbſt ein wenig iriſches Blut in meinen Adern; meine Mutter war eine O'Flaherty oder eine O'Neil, oder etwas der Art; und da iſt meine Laura— Sie kennen meine Tochter nicht?“
„Ich habe nicht die Ehre.“
„Kommen Sie mit, ich will Sie ihr vorſtellen— ſie iſt ein wenig ſchüchtern,“ ſagte er flüſternd, gleich als wollte er mir die carte du pays geben—„etwas kalt, müſſen Sie wiſſen, gegen Fremde— aber wenn Sie hört, daß Sie der Neffe meines alten Freundes Mark ſind—— Mark und ich waren wie zwei Bruder. Laura, mein Herzkind,“ fuhr er fort, indem er der jungen Dame, die mit dem Rücken gegen uns gekehrt ſtand, auf ihre weiße Schulter klatſchte.„Liebe Laura, der Sohn meines älteſten Freunds auf der Welt, des Ge⸗ nerals O'Leary.“ Die junge Dame kehrte ſich ſchnell um, machte mir, da ſie ſich überhaupt etwas hochmüthig trug, ein kurzes Kompliment, und ſetzte ihre Unterhal⸗ tung mit einem Herrn fort, der ſich durch einen ſtarken Backenbart auszeichnete.
Der Oberſt ſchien, trotz aller ſeiner Anſtrengung, ſich zu faſſen, durch das hochmüthige Benehmen ſeiner Tochter gegen den Sohn ſeines alten Freundes ganz


