Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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lichkeit mit der Kammer hat— einige eichene Stühle

glühend in ihrem ſcharlachrothen Glanze, ein altmodi⸗ ſches, flämiſches Bett mit Gruppen von Engeln, Nep⸗ tunen, Bachanalien und Delphinen, alle in niedlichem Schnitzwerk bunt untereinander gemiſcht; und ein kleiner Spiegel in maſſiver Rahme, der ſchief über den Kamin hing: und, wenn ich hineinſah, mich glauben machte, der Stubenboden bilde einen Winkel von fünf und ſechzig Grad und beim geringſten Ruck würde ich in's Feuer ſtürzen. 3

„Mynheer befiehlt nichts?“ fragte die„Vrow“ mit einem Knix.

„Nein,“ verſetzte ich mit höflichſter Verbeugung.

„Gute Nacht alſo,“ ſagte ſie;„ſchlafen Sie wohl und denken Sie nicht an den Geiſt.“

„Ah, ich kenne ihn von früher her,“ verſetzte ich, dreimal mit dem Stocke auf den Tiſch ſchlagend. Das Weib, das einen Augenblick vorher in ſcherzendem Tone geſprochen hatte, wurde plötzlich blaß und murmelte indem ſie ſich fromm bekreuzte—„Nein, nein, thun

mit erhabenem Schnitzwerk, die Utrechter Sammtkiſſen

Sie das nicht;“ darauf ſchloß ſie die Thüre hinter ſich

zu und eilte ſo ſchnell ſie konnte, die Treppe hinab. Ich dagegen preſſirte nicht mit dem Bett. Der Krug war geiſtreich, der Knaſter vortrefflich; ich ſtellte daher das Licht an einen Ort, wo es mit gutem Effekt auf den Holbein fallen konnte, ſtreckte meine Beine gegen das Feuer aus, und begann, während ich die Leinwand betrachtete, über die Geſchichte nachzudenken, mit der das Bild in Verbindung ſtand, und die ich, damit ſie

nicht vergeſſen wird, hier mittheile. Franz Holbein, der mehr Ehrgeiz und weniger Fleiß⸗ als die übrigen Mitglieder ſeiner Familie hatte, beſchloß⸗ ſein Glück zu ſuchen, und ſo wanderte er an einem Septembermorgen des Jahres 1681 in den Straßen von Paris herum, ohne einen Heller in der Taſche und ohne