Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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ſchlanken Ulmen beſetzten Quai, wo unter dem Schatten der Bäume mancher Burgomaſter zur Abendzeit auf und abging und über den Gewinn nachdachte, den ihm ſeine letzte Ladung von Batavia einbringen ſollte: darauf begab ich mich über die ſchmale Brücke am Ende des Quai's, von da über den Erasmusplatz, und ſchellte, wozu eine alte Bekanntſchaft das Recht hat, tüchtig an der verſchloſſenen Thüre des„Schweinkopfs“. Ich mußte nicht lange warten; bald kam eine Hausmagd in ſo und ſo viel Unterröcken, und als ſie mich den wohl beſtreuten Gang entlang führte, fragte ich ſie,„iſt die Holbein⸗ Kammer zu haben?“ und nahm einen Gulden aus mei⸗ ner Börſe.

„Ah, Mynheer kennt ſie alſo,“ ſprach ſie lächelnd. „Sie ſteht zu Ihren Dienſten. Wir haben ſeit einigen Tagen keine Reiſenden gehabt, und Sie erinnern ſich, daß wir ſie nur dann öffnen, wenn ſonſt alles voll iſt.“

Dies wußte ich wohl; ich verſicherte ſie aber, daß ich in lang vergangenen Zeiten ein Stammgaſt des Schweinkopfs geweſen, und überredete ſie, etwas trockenes Holz zu holen und mir ein luſtiges Feuer anzuzünden, was mich mit einem Krug Schiedam und etwas Knaſter

glüucklich machte, wie einen König. Die„holbeiner

Kammer“ verdankt ihren Namen und allen Ruf, den ſie genießt, einem ſeltſamen, ſanbern Porträt dieſes

Meiſters, der am Feuer ſitzt, vor ihm am Herde mit übergeſchlagenen Beinen ein hübſches Kind mit feinem Kopfe. Durch beide Geſichter ſcheint eine gewiſſe Aehn⸗ lichkeit zu gehen, ſo verſchieden auch Alter und Farbe ſind; aber am Kinde wie an dem Manne bemerkt man den gleichen, beſchaulichen Ausdruck, das tiefliegende Auge, die maſſive Stirne und das ſpitzige Kinn.

„Dies war Holbein und ſein Neffe, Franz v. Hol⸗ bein, der in ſpätern Jahren mit Auszeichnung in der Armee Ludwigs XIV. diente. Die Rückſeite des Ge⸗ mäldes ſtellt ein Zimmer dar, welches die größte Aehn⸗

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