48 „Wo zum Teufel fehlt's denn?“ fragte Mr. Moriarty. Nach einem beträchtlichen Gedrücke, denn er wog unge⸗ fähr zwanzig Stein, hatte er ſich durch die Dillingence⸗ Geſellſchaft hindurch gearbeitet und ſtand nun aufrecht auf dem Boden. Jetzt brachte man eine zweite Laterne, und während ihm zu beiden Seiten ein Beamter ſtand und ihm in's Geſicht leuchtete, las ein Dritter den Paß vor und verglich die Beſchreibung mit dem Original. Zum Glück verſtand Mr. Moriarty kein Franzöſiſch, und dieſer Umſtand erſparte ihm den Schmerz, die Bemerkun⸗ gen mitanzuhören, welche über ſeine aufgeworfene Naſe, ſeinen offenen Mund u. ſ. w. gemacht wurden; aber wie groß war ſein Erſtaunen, als ſie einige Ellen Band hervorholten und anfingen, ihn um den Leib zu meſſen, wobei ſie die Zahl der Zolle ſeines Umfangs mit dem Paſſe verglichen. „Neunzig Zoll,“ ſprach der Meſſer, in's Dokument ſehend,„Er hat mehr,“ fügte er mit rauhem Tone
hinzu.
S. Wa⸗ ſagt er, Sir, wenn ich es wagen dar fe“ fragte mich Mr. Moriarty mit flehender Stimme.
„Sie meſſen mehr als in Ihrem Paſſe ſteht,“ ver⸗ ſetzte ich indem ich mein Lachen zu unterdrücken ſuchte.
„Mordo! Dieſes Gericht von geſotienem Rindfleiſch und Ruben wird mein Verderben ſe n. Sagen Sie ihnen, Sir, vor dem Abendeſſen ſey ich gleich einem Windhund geweſen.“
„Mit dieſen Worten hielt er ſeinen Athem an und ſuchte aus allen Kraften ſeinen Umfang zu mindern; während der Franzoſe, gleich als wollte er zu Gunſten des Engländers einen Zoll weniger herausbringen, das Band um ihn zuſammenſchnürte, bis ſein Geſicht faſt ſchwarz wurde.
„C'est ca,“ ſagte einer der Beamten, mit freund lichem Lächeln ſeinen Hut abnehmend;„der Herr kann ſeine Reiſe fortſetzen.“ 4 „Alles richtig,“ ſprach ich;„Sie können wieder
einſteigen, Mr. Moriarty.“


