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„Es ſind höfliche Leute, das habe ich immer ge⸗ hört,“ verſetzte er;„aber ein wunderliches Land wo es gegen die Geſetze iſt, fetter zu werden.“
Ich lobe mir Holland;— das iſt der Antipode von Frankreich. Da iſt Niemand in Eile. Das Leben geht dahin in einem langſamen majeſtätiſchen Strome, viel⸗ leicht ein wenig trübe und ſtockend wie einer ihrer Ka⸗ näle, aber da ſieht man keine Wellen, keine Brandung — kein Wirbel, nicht einmal eine Schaumblaſe unter⸗ bricht die Oberfläche. In Holland hat ſogar das Kind, wenn es in die Schule ſchleicht, und ſeine kurze Pfeife raucht, eine ſcheinbare Miene des Nachdenkens an ſich. Die großen fetten Pferde, die dahin ſchreiten und einen kleinen, unbedeutenden Karren ziehen, beladen mit einer kleinen Kiſte, die nicht dicker iſt als ein Helm von der Leibgarde, ſehen aus als wenn Erasmus als vierfüßiges Thier Dienſt thäte, und in einem Pferdegeſchirr in ſei⸗ ner Geburtsſtadt herumſpazierte. Wohl dem, der in dieſem Lande geboren iſt. Da geräth Niemand in Lei⸗ denſchaft, und was Ehrlichfeit betrifft, wer hat Energie genug, ein Räuber zu werden? Die Künſte der Beredt⸗ ſamkeit, welche in andern Ländern jemand ſeiner Pflicht untreu machen könnten, würde man hier vergeblich auf⸗ bieten. Eine Rede von zehn Minuten würde jede Zu⸗ horerſchaft von Seeland bis Antwerpen in Schlaf brin⸗ gen. Rauchen, Bier trinken, blöde in die Welt hinaus⸗ ſtieren, und Dominoſpielen findet im Sommer vor den Kafés, im Winter innerhalb derſelben ſtatt, und jedes breite flache Geſicht, das man anſieht, mit ſeinen wäſ⸗ ſerigen Augen und düſtern Zügen, gleicht einer kolorirten Karte ſeines Geburtslandes.
Wie alle die Induſtrie, wodurch ſie ſich bereichert haben, betrieben— wie alle die Reinlichkeit, derohalben ihre Häuſer berühmt ſind, hergeſtellt wird, kann Nie⸗ mand ſagen. Wer hat je einen Holländer arbeiten ge⸗ ſehen? In Holland ſcheint alles durch eine ihrer Zug⸗
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