Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

blauen Mantel gehüllt, auf's Verdeck ſprang. Seine Augen waren von einer großen, grünen Brille und von dem breiten Rande eines tief herabhängenden Hutes be⸗ ſchattet; ein ſchwarzer Bart, um den ihn ein Rabbi hätte beneiden können, ſiel vom Kinn auf den Buſen herab; er drückte dem Bootsmann, indem er ſich über das Boll⸗ werk lehnte, eine Krone in die Hand, wendete ſich darauf an den Schiffswirth und rief:—

„He, Jem! iſt alles in Ordnung?“

„Ja, Sir,“ verſetzte der Mann, reſpektvoll an ſeinen Hut rührend.

Sogleich ſtieg die ſchlanke Figur die Kajütentreppe hinab und verſchwand; ich dagegen blieb in der größten Verlegenheit, was ich aus dem Manne machen ſollte. Wäre auch die Aufgabe leichter zu löſen geweſen, ſo hätte ich ſie doch ſchwerlich gelöst; als er wieder her⸗ aufkam, aber wie verändert! An die Stelle des breiten Biberhutes war eine Fouragekappe von blauem Tuche mit einem goldenen Bande herum, getreten: der Bart war gänzlich verſchwunden und hatte keinen andern Stell⸗ vertreter zurückgelaſſen, als ein wohlgerundetes Kinn; auch die Brille war fort, und hervor ſchienen ein Paar ſcharfe, geiſtreiche, graue Augen, mit einem ganz unge⸗ wöhnlichen Grade von Schlauheit in ihrem Ausdruck; ein dunner, ſorgfältig gedrehter Schnurrbart zierte ſeine Oberlippe und gab ſeinen Zügen, welche wirklich ſchön waren, einen vandykiſchen Charakter. Er war etwa ſechs Fuß, zwei Zoll hoch, anmuthig, aber ſtark gebaut; ſein Koſtüm, ohne die geringſte Planmäßigkeit zu ver⸗ rathen, war die Vollendung faſhionablen Anzuges— nicht einmal an ſeinen Handſchuhen war etwas, was ein D'Arſay hätte britiſiren können; ſein Gang war das wahre Muſter von jener Art zu gehen, die man nur durch tägliches Spazieren in der St, James⸗Stret und durch häufige, zu allen Stunden des Tages und der Nacht vorgenommene Uebung, bei Crockford's ab⸗ und zuzugehen, erwerben kann,

4