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Inſpektor gekleidet, auf die Bühne hervor und begann folgendermaßen:
„Meine Herren und Damen— Damen ſind keine da,“ ſagte er, plötzlich inne haltend,„aber an wem liegt die Schuld?— Meine Herren, es thut mir ſehr leid, bei dieſer Gelegenheit genöthigt zu ſeyn—— machen Sie hier einen Lärm, warum machen Sie keinen?“ fragte er an mich gewendet,„ran⸗tan⸗tan!— Eine Entſchuldigung muß ſtets vom Publikum unterbrochen werden; geſchieht dieß nicht, ſo kann man unmöglich durchkommen.“
Ich befolgte ſeine Weifungen, indem ich mit meinem Stock auf die Bank hämmerte, worauf er weiter aus⸗ einanderſetzte, daß verſchiedene Damen und Herren der Geſellſchaft ernſtlich unpäßlich ſeyen, und daß, obgleich das Stück aufgeführt werden ſolle, von den ſieben Cha⸗ raktern nur drei auftreten könnten; hier erneuerte ich die Zeichen meiner Unzufriedenheit, was ihm großes Vergnügen zu machen ſchien und er entfernte ſich unter ehrerbietigen Verbeugungen nach allen Seiten des Hauſes.
Kotzebue's Krähwinkler bedürſen, wie manche von meinen Leſern wiſſen, nicht noch der drolligen Umſtände, unter denen ich ſie jetzt aufgeführt ſah, um darüber lachen zu müſſen. Das Spiel des Herrn Direktors war
ganz aus dem Leben gegriffen, und Catinka, ein hüb
ſches, wohlbeleibtes, ſchönhaariges Fräulein, obgleich kein Ideal von einer Maria Stuart, war in ihrer Rolle vortrefflich. Sogar Staub war durch ſeinen Enthufias⸗ mus ſo fortgeriſſen, daß er ſeine Kerzen niederlegte, um zu applaudiren, und nach Verhältniß der Anzahl des Publikums möchte ich behaupten, gab es nie ein begei⸗ ſterteres. Dieß bezeugte der Direktor ſelbſt, da er mehr als einmal das Spiel unterbrach, um uns für unſere Beifallsäußerungen zu danken. Auf beiden Seiten war die Zufriedenheit vollſtändig. Nie wirkten Schauſpieler und Publikum beſſer zuſammen, denn während wir Lever, O'Leary. I. 21


