. 32 — gewiſſe Töne auf dem Jagdhorn waren das aus⸗ ſchließliche Vorrecht des Gnand Maitre; und ſo hatten die Maitres ebenfalls ihre eigenen, an die ſich kein Aſpi⸗ rant wagen durfte. Es gab Triller für den einen und Halbtriller für den andern; kurz es war ein hoͤchſt ver⸗ wickeltes Geſetzgebungsſyſtem, das ſich auf jedes Vor⸗ kommniß und, wie ich glaube, auf jeden Zufall der
Jagd bezog, ſo zwar, daß ich mich nicht recht mehr
erinnern kann, ob die unglücklichen Aſpiranten nicht darauf beſchränkt waren, in einer beſtimmten Richtung herunterzufallen, was gewiß ein Zug von Tyrannei ge⸗ weſen wäre, in Anbetracht, daß ſie nur Menſchen und noch dazu Belgier waren.
„Dieß alles könnte ſehr albern und ſehr fabelhaft erſcheinen, wenn ich es aus einem frübern Jahrhunderte erzählte; aber wenn ich verſichere, daß der Codex noch immer exiſtirt, noch jetzt, im Gnadenjahre— 44,“ was wird man dann in Melton oder Grantham dazu ſagen? Sie können ſich alſo einen Begriff machen,“ ſagte Laura, als ſie ihre mit viel Humor gegebene Schilderung ſchloß, „wie mannigfaltig heute Ihre Uebertretungen geweſen ſind; Sie haben ſich mit Einem Schlage gegen den Grand Maitre, die Maitres und die Aſpiranten ver⸗
gangen; Sie haben die ganze„Ordnung ihres Ganges⸗
verletzt.“
„Und bin mit der Schönen des Schloſſes davon⸗
gerannt,“ fügte ich hinzu,„pour comble de hardiesse.“
Sie ſchien indeſſen an meinem Scherze keinen Ge⸗
fallen zu finden und ſchüttelte ein wenig mit dem Kopfe, 5
als ob ſie ſagen wollte— „Sie find noch nicht aus dieſer Klemme.“
So ſchwatzten wir über dem Eſſen, das wirklich
vortrefflich war; die Lobrede des Wirths auf die Maas⸗
forellen fand ſich trefflich beſtätigt durch die wirklichen
Vorzüge derſelben; auch brachte ſeine Flaſche Haut⸗ Brion ſeinem Keller keine Schande. Indeſſen zeigte ſich noch im mer keine Spur von Vorbereitung zu unſerer


