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„Ja,“ erwiederte ich;„das iſt es eben, was ich auch betrachtet habe, und ich möchte gerne wiſſen, was es bedeutet?“
„Richten Sie Ihre Blicke tiefer„“ ſagte ſie,„und ſehen Sie, ob Sie nicht eine niedrige Mauer entdecken 1 können, die zwei Felsmaſſen mit einander verbindet; weit, weit unten: ſehen Sie's.“
„Ich ſehe einen gewölbten Thorweg mit etwas Epheu überwachſen.“
„So iſt's; das war der große Eingang ins Schloß; vor demſelben iſt der Graben— in den maſſiven Felſen gehauen, und ſo tief, daß das Waſſer der Maas fließt. Gut, wenn Sie nun noch einmal hinſehen wollen, ſo werden Sie finden, daß der große Balkon oben ge⸗ rade über dieſer Stelle hängt. Er war eines der rohen Vertheidigungsmittel jener Zeit, und diente vermittelſt eines eiſernen Korbes, der an ſeinem Ende hieng, dazu, daß er große Felſen und Steine auf die Belagerer her⸗ unterſchleuderte. Den Mechanismus, wodurch er zu⸗ rückbewegt und geladen wurde, kann man noch jetzt verfolgen; das Stück Seil, welches den Korb bei jeder Entladung öffnete, war noch vor wenigen Jahren dort. Eine ſeltſame, ungeſchlachte Abbildung des panier de mort, wie er in der Chronik heißt, können Sie in der alten Bibliothek in Nochepied ſehen.“
„Bei dieſen Worten hatten wir gerade das Ufer der Maas erreicht, und vor uns war ein hübſch gelegenes kleines Dorf, das, ſteil am Berge ſich hinziehend, eine bald höhere, bald niedrigere Häuſerreihe darbot, die alle dem Strom zugekehrt waren. Sie waren meiſtens mit Reben und Geisblatt bedeckt, und machten mit den maleriſchen Umriſſen des Giebels und Daches, mit den achteckigen Fenſterſcheiben und den ländlichen Vorhallen einen ſehr angenehmen Eindruck.
„Als ich das Dörſchen näher betrachtete, gerieth ich bald auf den Gedanken, die Einwohner möchten nicht eben die beſten Reiter ſeyn: die kleinen Pfade, die ihr


