Teil eines Werkes 
6. bis 9. Bändchen (Schluß.) (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Philipp kaum achtzehn war, begab es ſich, daß eine Ab⸗ theilung von Kriegern auf dem Wege nach dem heiligen Lande an dem Schloß Bouvigne vorüberzogen und na⸗ türlich die Nacht daſelbſt zubrachten. Von ihnen, die größtentheils ſchon einmal in Paläſtina geweſen waren, hörte Philipp die wunderbaren Geſchichten von den ſchrecklichen Kämpfen mit den Ungläubigen und von den glorreichen Siegen des Kreuzes, welche die Kreuz⸗ fahrer immer nat ſich brachten. Durch dieſe Erzählun⸗ gen wurde ſein Gemüth ſo aufgeregt, daß er auf der Stelle beſchloß, nach dem heiligen Lande aufzubrechen, um mit eigenen Augen die wunderbaren Dinge zu ſehen, von denen er geyört hatte.

Dieſer Entſchluß wurde natürlich von den andern mit Jubel begrüßt, aber von Niemand mit ſo entſchie⸗ denem Beifall aufgenommen, als von Heinrich von Be⸗ thune, einem jungen Manne aus Lüttich, der damals ſeinen erſten Kreuzzug unternahm und nicht umhin konnte, Philipps Tapferkeit und vor allem ſeine Hin⸗

uine in der Nähe von Chaude Fontaine ſehen können. Ich nickte zuſtimend, worauf ſie fortfuhr. Sie können ſich natürlich den ſchrecklichen Jam⸗

ſchreiberin wäre, ſo würde ich Ihnen von Thränen und Bitten, von Seufzern und Ohnmachten, von Verſpre⸗ chungen, Unterpfändern, Gelübden u. ſ. w. erzählen; denn in der That, es war eine ſehr traurige Geſchichte, und ſie fand durchaus keinen Geſchmack daran, drei oder vier Jahre allein auf der alten Burg Bouvigne