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in einigen ſchlecht gemalten Buchſtaben„La route de Bouvigne“ ſtand— wir ſind auf der Straße nach Bouvigne, wo dieß auch ſein mag.“
„Bouvigne!“ rief ſie in etwas beunruhigtem Tone— „nun, da ſind wir fünf Stunden vom Schloſſe; ich bin einſt auf der Heerſtraße dort durchgereiſt. Wie werden wir wieder zurückkommen?“
Dieß war die nämliche Frage, worüber ich im Augenblick ſelbſt nachdachte, ohne eine Löſung zu fin⸗ den. Ich antwortete jedoch mit heiterer Gleichgültigkeit —„o, nichts iſt leichter— wir nehmen eine Kaleſche in Bouvigne.“
„Sie haben aber keine.“
„Gut, dann nehmen wir friſche Pferde.“
„Es gibt kein einziges Pferd im ganzen Dorfe; es iſt ein kleines Dorf neben der Maas, mit hohen Granitfelſen umgeben und nur merkwürdig durch ſeine Burgruine, einſt das Schloß Philipps von Bouvigne.“ 3
„Wie intereſſant!“ ſagte ich, entzückt, etwas zu finden, was der Unterhaltung eine andere Wendung geben konnte.„Und wer war denn dieſer Philipp de Bouvigne?“
„Philipp,“ ſagte die Dame,„war der zweite oder dritte Graf dieſes Namens. Die Chronik ſagt, er ſey der ſchönſte und ausgezeichnetſte Jüngling ſeiner Zeit geweſen. Nirgends fand er ſeines gleichen auf dem Tour⸗ nier, und doch war ſeine Geſchicklichkeit in den Waffen der geringſte ſeiner Vorzüge; er war ein Dichter und ein Muſiker. In der That, wenn man ſeinen Geſchicht⸗ ſchreibern glauben darf, ſo war er die gefährlichſte Per⸗ ſon für die jungen Damen jener Tage. Nicht daß er mit ihnen auf der Grande route davon rannte.“ Bei dieſen Worten brach ſie in ein Gelächter aus, das je⸗ doch von der Art war, daß ich ihr es gerne vergeben konnte, obgleich ich ſelbſt der Gegenſtand deſſelben war. „Indeſſen glaube ich,“ fuhr ſie fort,„er war eben ſo ſchlimm. Nun, um meine Geſchichte fortzuſetzen, als


