immer noch ein Gentleman iſt. Seine Mähne war lang und zart wie Seide; ſeine Haare waren kurz und glatt, ſein Kopf fein geformt und, wohlgeſtellt auf dem langen, ſpitz zulaufenden, in ſchönem Gleichgewicht ge⸗ tragenen Nacken. Neben ihm ſtand ein ungeheurer Hol⸗ ſteiner, ſeine breiten Flanken mit einem Schweife gleich einer Trauereſche umſchlagend— ein großes, maſſives Thier, von dem man ſeinen Bewegungen nach hätte glauben ſollen, als wäre es gewohnt, Treppen zu ſteigen, und manchmal gab es einen Stoß, wie man empfindet, wenn man an eine Stufe zu kurz tritt. Unter der Maſſe waren auch einige Limouſſins— hübſche, niedliche, kleine Thiere, die ſtärker waren, als ſie ausſahen, und eine arabiſche Abkunft verriethen; ferner ein Paar närriſche Schimmel aus Ungarn, die gleich Schlachtroſſen ſchnaub⸗ ten und ſcharrten. Der große Haufe aber war eine Sammlung von ſolchen Ueberbeinen, wie man jede Woche bei einer Tatterſall⸗Verſteigerung ſehen kann, wo es in der Aukündigung heißt:„Laſtträger erſten Ranges, mit eini⸗ gen Dachshunden— in doppeltem und einfachem Ge⸗ ſchirr, von dem Eigenthümer für geſund„„gehalten.““ Ol was für leichtgläubige Leute ſind doch die Beſitzer von Pferden! Dieſe bilden die große Ausfuhr nach den Niederlanden als Wiedervergeltung für die falſchen Vandyks, für die nachgemachten Rembrandts und für die fabelhaften Hobbimas; wegen deren Ausſtellung in unſern Speiſezimmern und Bibliotheken wir eben ſo herzlich ausgelacht werden, als die Niederländer wegen ihres Geſchmackes in Pferdeſachen! und gerade wie wir auf einem großen Namen bei unſerm Landſchaft⸗ oder Schlachtgemälde beſtehen, ſo muß der Fläming einen Stammbaum für ſein Jagdpferd haben. Da muß eine „Mutter von Louiſe“, und ein„leiblicher Bruder vom Rattenfänger“, und ein Titus Oates ſeyn, der die„mor⸗ genländiſche Mütze“ in—— gleichgültig wo, gewann. O Himmel, o Himmel! wann werden wir geſcheid ge⸗ nug werden, ohne Sneyders und Oſtade leben zu kön⸗
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