Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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Zuſtande war kein Tadel daran zu finden; aber ſprach ſie— war es ihre Betonung?— war es der erſchreckende Provinzialismus ihrer Geburts⸗ ſtadt?— war es die ſeltſame Gewohnheit der Verzerrung, welche jegliches Patois dem Spre⸗ chenden ganz unfehlbar aneignet?— ich weiß es nicht zu ſagen, aber ihren ungemein anziehenden Geſichtszügen ertheilte es einen Ausdruck von Gemeinheit.

Es war recht verdrüßlich zu ſehen, wie eine ſo reizende Perſon jegliche Wirkung ihrer Schön⸗ heit durch übertriebene Schauſtellung verdarb. Jeden geringfügigen Lebensumſtand machte ſie zum Schauſpielgegenſtande, rollte ihre Augen, blickte ſtarr vor Entſezen oder höchſt beglückt, ſah freundlich oder ſchneidend, erhaben oder ſehnſuchts⸗ voll in einer nemlichen Minute. Ihre Geſichts⸗ züge waren in ewiger Bewegung einer oder der andern Art, ihr Antliz zeigte nicht Ruhe noch Raſt. Ihre gerundeten, ſehönen, wohlgebildeten Arme wurden ebenfalls in Dienſt genommen; ei⸗ nem entfernten Beobachter mußte Madame Roo⸗ ney's lebendige Unterhaltung erſcheinen, wie das Meſſeleſen eines Prieſters.

Und wie quälend war das Gefühl zu wiſ⸗ ſen, dieſer reizende Kopf, deſſen ſchöne klaſſiſche Verhältniſſe ſo treflich im Gleichgewichte auf ih⸗