Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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belagerten Geſellſchaftsſaales. Allerdings war ſie eine ſtarke und ſehr ſchöne Frau; ihre tiefen und dunkelbraunen Augen, ihre blühende Färbung wür⸗ den durchaus reizend geweſen ſeyn, hätte ihr Mund nicht deren Wirkung beeinträchtigt durch jenen rohen Ausdruck, den hohe Genüſſe und wohllüſtiges Leben denjenigen unfehlbar einprä⸗ gen, die nicht zur Größe geboren ſind. Man kann nicht bezweifeln, der Mund giebt das Kenn⸗ zeichen echten Blutes. Man findet zwiſchen Ty⸗ rols Bergklippen eben ſo ſanft ſtrahlende und le⸗ bendig ſprechende Augen als in den tiefen Thä⸗ lern des fernen Weſten; auch habe ich unter den demüthigen Bauern eines armen, unfruchtbaren Landes ſchön gebildete Stirnen, Naſen geſehen, die kein Griechiſches Standbild übertreffen konnte, eine Haut ſo zart und durchſichtig wie das feinſte Roſenblatt, doch nie einen Mund, deſſen ſcharf gezeichnete Lippe und ſchöne Wölbung Geburt an⸗ kündete. Nein, dieſer Geſichtszug ſcheint Vor⸗ recht der Hochgeborenen, gebildet zum Ausdrucke erhabener heiliger Gedanken; geformt zum Aus⸗ ſprechen veredlender Gefühle oder ſtolzer Wünſche. Jedes kleinſte Lineament deſſelben verkündet Ge⸗ burt und Blut.

Madame Rooneys Mund war groß und ſchön, ihre Zähne weiß und völlig geregelt, im ruhigen

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