zwiſchen,“ ſagte der alte Soldat,„habe ich mich für im⸗ mer von einer Laufbahn zurückgezogen, wo, bis auf dieſe Stunde, kein Makel ſich an meinen Namen heftete. Der Name, den ich ſo lange mit Ehren trug, iſt jetzt gebrand⸗ markt, und ich ſcheide aus dem Dienſte, um die wenigen
Tage, die ich noch zu leben habe, da hinzubringen, wo die 8
Verborgenheit meinen Kummer und meine Schande am Beſten zu verdecken vermag!“
Obgleich Nelly dieſen betrübenden Brief alsbald beantwortete, und aber⸗ und abermals nach Wien, Mailand und Prag ſchrieb, ſo erhielt ſie doch nie eine Antwort, und konnte auch nicht den mindeſten Aufſchluß über das Kriegsurtheil bekommen, das Frank getroffen hatte. Ihr erſter Gedanke war, ihrem Vater dieſe furchtbaren Ereig⸗ niſſe zu verbergen, und obgleich ſie ſich deßhalb der Unauf⸗ richtigkeit anklagte, ſo kam ſie doch immer wieder auf ihren urſprünglichen Entſchluß zurück. Wozu ſollte ſie ihm die wenigen behaglichen Augenblicke verbittern, deren er ſich ſeit vielen Jahren erfreut? Warum ſollte ſie ihm Sorgen machen wegen ſolcher Dinge, die ſich nicht mehr ändern ließen,— und warum ſollte ſie ihm Kummer verurſachen wegen ſolcher Perſonen, um die er ſich in ſeiner ſorgloſen Gleichgültigkeit gar nicht kümmerte? Es war ja noch Zeit genug, von den Sorgen und Kümmerniſſen
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der Vergangenheit zu ſprechen, wenn die Zukunft wieder
heiterer war! Dieſe Aufgabe der Geheimhaltung war keine ſehr
ſchwere. Dalton war ein Mann, der lieber unmögliche 3
Glücksfälle hoffte, als daß er ſich in Speculationen über mögliche Unglücksfälle erging; und wenn er wußte, daß Kate ihm Geld geſchickt, und Frank keines verlangte, ſo war das Maaß ſeiner Zufriedenheit voll. Kate war ja eine Fürſtin, und Frank Huſarenoffizier; und er hätte, ſo oft man es verlangt, einen Eid geſchworen, daß ſeine beiden Kinder überaus glücklich waͤren,— einzig und allein aus dem Grunde, weil er gar nicht einſah, warum


