welch mächtigen Impuls ſeine Ertravaganz durch eine ſolche Wohnung erhalten würde;— es entging ihr nicht, daß all die koſtſpieligen Decorationen ihn nur zu unſinni⸗ gen Verſchwendungen veranlaſſen würden. Ihr Vater hatte ihr in der letzten Zeit ſeine Vermögensumſtände nicht mitgetheilt. Er, der einſt keine Krone wechſeln konnte, ohne ſich ihre Hülfe zu erbitten,— er, der ſie ſonſt bit⸗ ten mußte, die Geldſtücke zu zählen, und deren Aechtheit zu prüfen, ſchloß jetzt die wichtigſten Geſchäfte ohne ihr Wiſſen ab. Hatte er früher gegen Kraus ein tiefes Miß⸗ trauen gehegt, ſo fing er nun an, ihn für die perſonificirte Ehrlichkeit zu halten.
Es liegt für einen Verſchwender ein ſo großer Reiz darin, daß er immer reichlich mit Geld verſehen wird,— Vorſchüſſe in einem Geiſte ſcheinbarer Offenherzigkeit er⸗ hält, daß es ihm unmöglich war, ſolche Freigebigkeit mit einem gemeinen, oder ſelbſtſüchtigen Beweggrunde in Ver⸗ bindung zu bringen.
Kraus' kleines Hinterzimmer war alſo eine Art Ca⸗ lifornien, wo er nach Belieben Gold graben konnte; und wenn der ehrliche Peter in einem ungewohnten Anfluge von Klugheit einmal fragte:„Wie ſtehen wir, Abel?“ ſo war Kraus gewiß immer zu ſehr beſchäftigt, um im Augenblick in den Büchern nachſehen zu können: der jü⸗ diſche Bankier antwortete dann immer einfach:„Was thut es? Wie viel brauchen Sie?“ Ein ſolcher Dialog machte Dalton immer zum glücklichſten der Menſchen, und er murmelte, während er ſich entfernte, gewöhnlich vor ſich hin, wie ganz anders es ihm gegangen ſein würde, wenn er„den kleinen Kerl ſchon vor dreißig oder vierzig Jah⸗ ren gekannt hätte.“
Ohne einen einzigen Schimmer des Troſtes, auf jeder Seite von Schrecken umlagert, nahm die arme Nelly von ihrem Glanze Beſitz, um Tage ununterbrochenen Kummers zu verleben. So düſter die unbekannte Zukunft ſchien, ſo


