Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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dasſelbe Glas geweſen wäre. Wie er es angreifen ſollte, um in einem Bette zu ſchlafen, an dem ſich eine ſo end⸗ loſe Menge geſchnitzter Cupidos und Engel befand, konnte er ſich ſchlechterdings nicht vorſtellen; und er fuhr wirklich vor Scham zurück, als er ſein Geſicht in dem filbernen Rahmen eines koſtſpieligen Toilettenſpiegels erblickte. Solcher Art waren ſeine Eindrücke, als er mit Abel durch die Zimmer hinging, und ſo oft von Kronleuchtern und Spiegeln die Hüllen weggenommen wurden, einen neuen und blendenderen Gegenſtand zum Vorſchein kommen ſah. Er höͤrte mit vielem Staunen, welch ungeheure Summen an dieſe prächtigen Gegenſtände verſchwendet, wie für dieſen oder jenen Luxusartikel zwanzig, dreißig, und vierzig tauſend Franken gegeben worden. 3 Was waren vierzig Napoleonsd'or per Monat für ſolchen Glanz! Ein ſolcher Preis war ja eine Bagatelle, und Kraus mußte dabei verlieren; und welche Ueber⸗ raſchung mußte es für Nelly ſein, wenn er ihr den kleinen, mit roſenrothem Damaſt verzierten Salon zeigte, den er für ſie beſtimmte! Und dann befand ſich im Garten eine herrliche Laube, wo man rauchen konnte! Und dann betrug die ganze Diſtanz vom Kurſaale keine zehn Minuten. Peter ſchwelgte ſchon in der Phantaſie in all den Ge⸗ nüſſen, die ein ſolches Beſitzthum ihm verſchaffen mußte; und wenn er um ſeinetwillen wünſchte, daß die Pracht nicht ſo groß ſein möchte, ſo tröſtete er ſich wieder da⸗ durch, daß er an die Wirkung dachte, die ſie auf Andere hervorbringen mußte. Er druͤckte dieß in ſeiner eigen⸗ thümlichen Weiſe alſo aus:Es gibt gar viele Leute, die nahr uf die Vergoldung, als auf den Pfefferkuchen alten! War Nelly's Schmerz ſchon tief und aufrichtig, als ihr Vater ihr zu erkennen gab, daß er nicht länger in Hanſerl's Hauſe wohnen moge, ſo verwandelte ſich der⸗ ſelbe in eine wahre Pein, als ſie erfuhr, welches Haus ihr Vater zu beziehen im Begriffe war. Sie ſah voraus,