Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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Er gab ihr bald den peremptoriſchen Befehl, Hans von ihrem beabſichtigten Auszuge zu benachrichtigen, denn er war feſt entſchloſſen, ein Haus in der Lichtenthaler Allee hunnne hen⸗ von dem er glaubte, daß es ganz für ſie paßte.

Es war dieß eine Villa, die einige Monate zuvor von einem jungen franzöſiſchen Grafen, deſſen Gewinnſte am Spieltiſche ungeheuer groß geweſen, angekauft und möblirt worden war. Kaum aber hatte er von ſeinem prächtigen Quartiere Beſitz ergriffen, als das Glück ihm den Rücken kehrte: er verlor Alles, was er beſaß, und endigte ſeine Laufbahn durch einen Selbſtmord!

In einer Colonie von Spielern, wo der Aberglaube einen übermäßig großen Einfluß hat, konnte Niemand ge⸗ funden werden, der ein Haus hätte bewohnen mögen, woran ſich ſo tragiſche Erinnerungen knüpften; und ſo war denn das Haus faſt die halbe Saiſon hindurch geſchloſſen und unbewohnt geblieben. Dalton fühlte, obwohl ſein Geiſt mit aͤhnlichen Befürchtungen erfüllt war, doch eine Art Heroismus darin, daß er zeigte, er laſſe ſich nicht durch die Gefahren ab⸗ ſchrecken, die Andere ſcheuten; und da Abel Kraus, dem das Eigenthum jetzt gehoͤrte, ihn beſtändig verſicherte,daß das Haus gerade für ihn paſſen würde, ſo überwand Peter ſeine Scrupel und beſichtigte es.

Obgleich das Haus nicht ſehr geräumig war, ſo war es doch in allen ſeinen Arrangements wahrhaft fürſtlich. Es fehlte Nichts, was franzöſiſcher Geſchmack und fran⸗ zöſiſche Eleganz liefern konnten, und es war ein vollkom⸗ menes Specimen jenes koſtſpleligen Glanzes, der in unſe⸗ 8 Tagen mit all dem Prunke derRegentſchaft wett⸗ eifert.

Indeſſen müſſen wir hier alsbald ſagen, daß der ehr⸗

liche Peter das Haus für ſich viel zu ſchoͤn fand; er trat

auf die Teppiche mit einer nervöſen Furcht, daß er die Stickereien zertreten koͤnnte, und ſetzte ſich auf das

brokatene Sopha mit eben ſo großem Schrecken, als ob

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