Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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wodurch er total geblendet wurde. Selbſt das, was ein gebildeterer Kritiker nicht ſo ganz nach ſeinem Geſchmacke gefunden haben würde, hatte für ihn ſeine Reize, und nie war es ihm wohler geweſen, als in dem Getöſe und in dem Lärmen. Das Klirren der Gläſer und der Teller war ſeinen Ohren die wonnevolle Harmonie eines geſelli⸗ gen Beiſammenſeins. 4

Seine Freude und ſeine froͤhliche Laune hatten ihren Höhepunkt erreicht. Einige Tage vorher hatte er von Kate eine ziemlich bedeutende Summe zugeſchickt erhalten. Die Wechſel waren einem an Nelly gerichteten Briefe beigeſchloſſen, den er nicht geleſen hatte, und den er auch nicht leſen mochte. Nur ſo viel wußte er, daß ſie in Sct. Petersburg war, und auf Midſchikoff's Ankunft wartete. Das Geld ließ ihn an nichts Anderes mehr denken, und ehe noch Nelly die Hälfte der erſten Seite flüchtig geleſen, war er ſchon fort, um die Wechſel bei Abel Kraus, dem Wechsler, in klingende Münze umzuſetzen.

Was Frank betrifft, ſo hatten ſie ſeit mehreren Mo⸗ naten Nichts mehr von ihm gehoͤrt. Zwar hatte Nelly⸗ von Graf Stephan einige Zeilen erhalten; allein es ſchienen dieſelben nichts beſonders Intereſſantes zu enthalten, denn ſie ging bald, nachdem ſie ſie geleſen, in ihr Zimmer, und Dalton vergaß, ſie weiter zu fragen. Er war nicht der Mann, der mögliche Unfälle im Geiſte heraufbeſchwor. Stets zu geneigt, das Beſte zu glauben, ſah er die Welt immer nur von ihrer ſonnigſten Seite an, und wollte er nie ein Unglück anerkennen, ſo lange noch irgend eine, wenn auch noch ſo kleine Oeffnung da war, durch die er demſelben entgehen zu können hoffte.

Warum wollte ſie nicht glücklich ſein? Was, beim Henker, konnte ihr fehlen? Warum ſollte er ſich nicht behaglich fühlen? War er nicht ſo ſtark wie ein Stier, und dabei noch nicht einmal zwanzig? Solcher Art waren die Troͤſtungen ſeiner Philoſophie, und beſſerer be⸗ durfte er nicht.