Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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der Schildwache das Kommen eines Generals an, während von Zeit zu Zeit das Unter⸗das⸗Gewehr⸗treten der ganzen Wache die Ankunft eines kaiſerlichen Prinzen ver⸗ rieth. Geſandte und Miniſter, Kammerherren und Kanz⸗ ler, die Würdeträger des Reiches, die„Hautes Charges“- des Hofes,— Alle kamen in Haufen, um der Gräſin ihre Aufwartung zu machen, denn unter dieſem kurzen Namen war ſie von einem Ende Europa's bis zum an⸗ dern bekannt. Madame de Heidendorf hielt ein Lever, und Niemand wollte bei einer ſo interkſſanten Gelegen⸗ heit fehlen.

Es war am Vorabend eines wunderbaren Augen⸗ blickes in Europa,— es war während der kurzen Wind⸗ ſtille, die dem furchtbarſten Sturme voranging, der je Throne umſtürzte und Dynaſtien verjagte, daß dieſe vor⸗ nehmen Perſonen zuſammenkamen, um Complimente zu wechſeln, ſanfte Schmeicheleien zu lispeln und die hohen Anſprüche einer Perſon zu erörtern, die nach einem Bande oder nach einem Kreuze, nach einem„rothen oder einem ſchwarzen Adler“ trachtete. Einige Wenige, die weiter ſahen, als die Uebrigen, gewahrten in der Ferne das Woͤlkchen, das nicht groͤßer war, als eine Hand;— einige Wenige konnten ſogar das dumpfe Rollen hören, das den Orkan anzeigte, welcher im Anzuge war; aber ſelbſt dieſe glaubten, daß„das Ding noch während ihrer Lebenszeit halten würde,“— und ſo plauderte man unter vielen angenehmen Scherzen über die Tagesereigniſſe, pries die Weisheit der Könige, und verſpottete jene gemeinen Leh⸗ rer, deren demokratiſche Theorien jetzt gerade die Leute anfingen, ſich zuzuflüſtern. Einige waren jung, muthig, voller Hoffnung, und bereit, ihren letzten Blutstropfen für die Grundſätze zu vergießen, zu denen ſie ſich bekannten; Andere waren alte, grauköpfige Männer, erprobte Diener der Monarchie waͤhrend eines halben Jahrhunderts. Alle aber waren von gleichen Geſinnungen beſeelt, und Selbſt⸗ beglückwünſchungen und Complimente waren die Tages⸗