zubrachte, als— als ich glücklich war,— wie ich es nie wieder ſein werde!— Der liebe, freundliche Bruder, auf den wir alle ſo ſtolz waren.“
Ein Ausdruck verächtlichen Mitleids in Madame de Heidendorf's Geſicht war Schuld, daß Kate plötzlich inne hielt, und mit den Händen ihr Geſicht bedeckte, um ihre Scham zu verbergen.
„ Madame la princesse,“ fing die Gräfin an,— denn ſo oft ſie Kate ganz beſonders an ihre Pflichten er⸗ innern wollte, ließ ſie der Lection ſtets den neuen Titel vorangehen,—„die Vergangenheit muß vergeſſen werden, ſonſt werden Sie ſich ganz und gar außer Stand finden, mit den Schwierigkeiten Ihrer Stellung mit Erfolg zu kämpfen. Es gibt nur eine Weiſe, die Mesalliance des
ürſten pardonnabel zu machen, und dieſe beſteht darin, daß Sie ſo ſelten wie möglich mit deren Einzelheiten Pa⸗ rade machen. Wenn Sie daher während unſeres Aufent⸗ haltes in Wien ihren Bruder ſchlechterdings ſehen wollen, ſo muß es ganz im Geheimen geſchehen. Sie haben, wie
ich glaube, etwas von einem alten Feldmarſchall, einem
Verwandten, geſagt?“
„Es iſt der Onkel meines Vaters, Madame.“
„Ganz richtig! Wohlan! Ihr Bruder kann mit einem Briefe, oder einer Botſchaft von ihm kommen; oder aber kann er, wenn Nina, Ihre Kammerfrau, Nichts dawider hat, für deren Liebhaber gelten.“
„Madame!“ rief Kate unwillig.
„Ich habe ja geſagt, wenn Nina Nichts einzuwenden hätte,“ ſagte Madame de Heidendorf, gleichſam als Ant⸗ wort auf dieſen Ausruf des Unwillens.„Allein dieſe Dinge gehen nur mich an, Madame,— wenn ich anders nen Geiſt der Verhaltungsbefehle des Fürſten recht ver⸗
ehe.“
Irgend eine ſolche Scene, die gewöhnlich in der hier angegebenen Weiſe ſchloß, bildete während der Reiſe die Unterhaltung; und mit jeder Stunde ſank Kate's Muth


