„Seine Frau— in die Bergwerke!“ keuchte Kate ſchreckerfüllt hervor.
„Fürchten Sie ſich nicht, mein liebes Kind,“ ſagte Madame lächelnd;„ſeien Sie ein gutes Mädchen, dann ſollen Sie Alles haben, was Sie wollen. Unterdeſſen müſſen Sie alle jene„„gaucheries““ zu verlernen ſu⸗ chen, die Sie ſich bei der ſonderbaren Lady Heſter ange⸗ wöhnt haben. Es war dieß, was die Manieren betrifft, eine abſcheuliche Schule. Welch ſchlechte Geſellſchaft waren alle jene excentriſchen, abſonderlichen Leute, die bei Lady Heſter ein⸗ und ausgingen, abſolut Nichts thaten, von Nichts ſprachen, als von ſich und ihren Genoſſen, und ſich in gänzlicher Unwiſſenheit befanden in Betreff der großen Intereſſen, um die es ſich in dieſem Augenblick in Europa handeit. Suchen Sie daher dieſe alberne Coterie ganz und gar zu vergeſſen. Sobald wir in Wien
ankommen, werden Sie der Erzherzogin Louiſe vorgeſtellt
werden.“
„Und ich werde den lieben,— lieben Frank ſehen!“ platzte Kate mit unausſprechlicher Freude heraus.
„Und wer iſt denn dieſer Frank, Madame?“ ſagte die Andere, ſich ſtolz aufrichtend.
„Mein Bruder,— mein einziger Bruder,— mein Bruder, der in öſterreichiſchen Dienſten ſteht.“
„Iſt er im kaiſerlichen Stabe?“
„Ich weiß von ſeiner Stellung Nichts; nur das iſt mir bekannt, daß er Cadett iſt.“
„Cadett, Kind! Ei, wiſſen Sie denn auch, daß das einen gemeinen Soldaten bedeutet.— ein Geſchöpf, das mit einer Muskete auf der Schulter auf die Wache zicht, oder mit einem Brodſack auf dem Rücken und in grober, zwillichener Jacke durch die Straßen geht?“ 44
„Um all' das kümmere ich mich nicht. Er mag Alles ſein, was Sie ſagen,— und er mag ſich in einer noch viel niedrigeren Stellung befinden, aber doch iſt er mein Bruder Frank,— der Spielgenoſſe, mit dem ich den Tag
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