ſagte Nelly, ſich bückend, und ihre Nadel herausziehend, wäͤhrend ſie ſprach.
„O Fräulein, wie gut iſt es von Ihnen!“ rief Adolph, und ſein ganzes Geſicht ſtrahlte vor Entzücken.„Wie theuer wird mir in Zukunft dieſer alte Ranzen ſein!“
Die letzten Worte, die nur ganz leiſe geflüſtert waren, wurden gleichwohl von Nelly gehört, und eine tiefe Röthe vedect⸗ ihre Wangen, indem ſie ſich über den Ranzen neigte.
„Wo iſt denn Dein Kammermädchen? Hätte nicht eines von den Frauenzimmern die Arbeit eben ſo gut ver⸗ richten können?“ rief Dalton ungeduldig.„Sie werden es kaum glauben, Herr Brauer, wenn ich Ihnen ſage, daß wir gegenwärtig das Haus voller Domeſtiken haben; aber ſie ſind ein Teufelspack, und können Nichts thun, als ſich auf anderer Leute Koſten mäſten und gütlich thun.
„Ich danke Ihnen, Fräulein!“ ſagte der Tabulett⸗ krämer, als ſie mit ihrer Arbeit fertig war;„Sie wiſſen wohl nicht, wie ſorgfältig ich dieſen Ranzen in Zukunft aufbewahren werde.“
„So ſagen Sie ihm doch, er ſolle zum Eſſen dablei⸗ ben, Papa!“ flüſterte Nelly abermals.
„Aber der Menſch iſt ja nur ein Tabulettkrämer!“ murrte Dalton unwlllig.
„So danken Sie ihm wenigſtens! Sagen Sie ihm, Sie ſeien ihm dankbar!“
„Es wäre ihm wohl lieber, wenn ich zehn Ellen ſchlechten Calicos von ihm kaufen würde,— das iſt die Schmeichelei, die er wohl am beſten verſteht,“ ſagte Dalton grinſend.
„Leben Sie wohl, Herr von Dalton! Leben Sie wohl, Fräulein!“ ſagte Adolph.
Und mit einer tiefen, ehrerbietigen Verbeugung zog er ſich langſam zurück, während Nelly ſich nach dem Fen⸗ ſter hin wandte, um ihre Scham und ihren Kummer zu verbergen. 1


