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ſtern vermochte, riß ſie das Couvert auf, aus dem zwei oder drei geſiegelte Briefe herausſielen.
„Dieſer iſt von Lady Heſter,“ ſagte ſie; und dieß iſt eine Hand, die ich nicht kenne, aber der Brief iſt an Sie adreſſirt; und hier ſind Wechſel oder Geldanweiſun⸗ gen, die auf eine große Summe lauten. Was mag wohl Alles dieſes bedeuten?⸗
„Kannſt Du nicht leſen, was ſie ſagt?“ ſagte Dal⸗ ton, erröthend und ſich plötzlich entſinnend, daß Nelly Nichts von dem Schreiben wußte, das er an Kate ge⸗ richtet hatte.„So gib mir ihn doch! Ich will ihn ſelbſt leſen.“ Und er riß ihr den Brief aus der Hand.„Da lies Frank's Brief!“
„O Vater, Vater!“ rief Nelly in einem Anfalle von Schmerz, indem Sie Lady Heſter's Brief aufriß;„es iſt, wie ich befürchtete. Kate iſt im Begriff, zu heirathen, — wenn ſie nicht bereits verheirathet iſt.“
„Was? ohne meine Erlaubniß,— und ohne mich um meine Einwilligung gebeten zu haben?“ rief Dalton leidenſchaftlich.„Bin ich denn gar Nichts 2 Bin ich das Haupt der Familie, oder bin ich es nicht? Behandelt man ſo ſeinen Vater? Moge ich nie mehr das Tageslicht ſehen, wenn er mir nicht„„hinaus muß““,— und wäre er auch ein Prinz von königlichem Geblüte! Oh, über das undankbare Mädchen! So hör’ doch einmal auf zu wei⸗ nen, und ſag' mir, wie ſich Alles verhält. Lies mir ihren Brief vor, ſage ich,— wenn Gott mir ſo viel Geduld ſchenkt, um es anzuhoͤren.“
Mit einem faſt bis zum Berſten heftig klopfenden Buſen und mit zitternder Lippe, fing Ellen zu leſen an:
„La Rocca, Comer See.
„Theuerſter Vater und theuerſte Schweſterl
„Ach, könnte ich mich doch Euch zu Füßen werfen und vor Euch mein ganzes Herz ausſchütten! Ach, köͤnnte


