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„Biſt Du auch gewiß, daß die Briefe für mich ſind?“ „Ja, ja; ganz richtig,— hier ſind ſie,“ rief der Poſtmeiſter zum Fenſter heraus.„Der eine iſt ein Sol⸗ datenbrief, kommt aus München, und iſt frei. Der an⸗ dere iſt ein ſchwereres Paket, und koſtet vier Gulden und zwölf Kreuzer.“ „So muß ich mich denn mit dem einen begnügen,“ ſagte Dalton,„bis ich Geld geholt habe. Ich habe kein
Silber bei mir.“ „Das hat Nichts zu ſagen; Sie können es herſchicken,“
1 ſagte der Andere.
„Vielleicht iſt das nicht ſo leicht, wie Sie glauben,“ murmelte Dalton vor ſich hin, während er laut hinzuſetzte:
„Ganz gut, ich werde das thun, und danke Ihnen.“
Mit dieſen Worten nahm er eifrig die beiden Briefe, und drückte ſie an ſeine Bruſt.
Eiligen Schrittes entfernte er ſich, um nach Hauſe zu gehen; indeſſen blieb er jeden Augenblick ſtehen, und zog die Packete heraus, um dieſelben anzuſchauen, und ſi zu überzeugen, daß er nicht das Opfer einer Selbſttäu⸗ ſchung, ſondern daß ſein Beſitz ein reeller, greifbarer wäre.
Während er ſo fortging, wurde ſein Gang immer ſicherer, und als er die Treppe hinanſtieg, war ſein Tritt ungewöhnlich feſt.
„Sie haben einen Brief, theuerſter Vater,“ rief Nelly, die Thüre weit aufreißend.„Ich habe Sie über den Platz gehen ſehen, und ihr Gang ſagt mir, daß Sie einen Brief haben.“
„Nein, Nelly, ich habe mehr denn einen,— ich habe zwei. Dieſer da iſt von Frank; und dieſer hier iſt von Kate,— und iſt dazu recht ſchwer:— er koſtet vier Gulden zwölf,— keinen Heller weniger.“
„Oh, geben Sie mir ihn doch! Ich muß von ihr hören,— ich muß mich wieder in ihre Nähe verſetzt füh⸗ len,“ rief Nelly.
Und mit einem Eifer, den ſie nicht mehr zu bemei⸗


