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Endlich zerſtreute ſich die Menge; die Glücklichen, die gute Nachrichten erhalten hatten, gingen nach Hauſe, und nur ein Paar verweilten noch am Orte, als der alte Mann auſfſtand, und ſich dem Fenſter näherte. Es lag faſt einige Scham in der Weiſe, in der er ſich den Hut in's Geſicht drückte, indem er ſich näherte, und an die Fenſterſcheibe, die ſich unterdeſſen wieder geſchloſſen, ſchüch⸗ tern klopfte.
Sein Klopfen wurde nicht gehort, und doch wieder⸗ holte er daſſelbe einige Minuten lang nicht; vielleicht wollte er lieber ſeine Hoffnung, wenn auch nur während dieſer kurzen Augenblicke noch, nähren, als in die dunkle Düſter⸗ heit ſeiner Verzweiflung zurückſinken.
Endlich, und mit einem tiefen, hohlen Seufzer, klopfte er abermals an die Scheibe.
„Haben Sie etwas für Dalton,— für Peter Dal⸗ ton?“ fragte er mit einer Stimme, in welcher kaum noch ein Laut die einſt hochherzige Natur verrieth.
„Nichts!“ lautete die kurze Antwort; und die Fen⸗ ſterſcheibe ſchloß ſich wieder ungeſtüm.
Er faßte das eiſerne Gitter convulſiviſch, gleich als ob ein ploͤtzlicher Schmerz ihm durch den ganzen Leib ge⸗ fahren wäre; dann richtete er ſich mit großer Anſtrengung zu ſeiner vollen Höhe auf; ſein blaſſes und graſſes Ge⸗ ſicht wurde noch bläſſer, als er es dem Himmel zuwandte, und ſeine blutloſen Lippen zitterten, während ſie einige unverſtändliche Sylben murmelten.
Sodann kehrte er ſich um, ging raſch an den weni⸗ gen Umſtehenden vorüber, und entfernte ſich.
Er war noch nicht weit gekommen, als ein Knabe ihn einholte, und zu ihm ſagte:
„Kommen Sie zurück, Herr; der Poſtmeiſter hat zwei Briefe für Sie.“
Dalton blickte verſtohlen nach belden Seiten hin, nih ſich zu vergewiſſern, ob denn die Worte wirklich ihm gälten.


