Teil eines Werkes 
Bändchen 8-11 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

243

und Kaiſern belagert, daß ihr kein Augenblick für gute Geſellſchaft übrig bleibe.

Du mußt durchaus ſagen, Scroope, daß ich heute Abend Niemand empfange.

Signor Morlache wünſcht Sie zu ſehen, Madame, ſagte ein Diener.

Und während er noch ſo ſprach, ſtand ſchon die ge⸗ nannte Perſon hinter ihm, und verbeugte ſich beim Herein⸗ treten graziös gegen Jeden.

Thut mir leid, thut mir unendlich leid, Ma⸗ dame, Sie ſtoͤren zu müſſen; aber Fürſt Midchikoff wünſcht die Gemälde und Decorationen anzuſehen, ehe er Florenz verläßt.

Wollen Sie ihm ſagen, daß morgen Nachmittag, gegen fuͤnf, oder

Er geht ſchon morgen früh von hier weg, Madame; und wenn Sie

Ehe aber der Jude ſeine Bitte noch beendigen konnte, flog die Thüre weit auf, und es trat der große Midchikoff, mit den Händen in den Rocktaſchen, und ſein Glas gegen ein Auge gedrückt, herein. Er that, als ob gar Niemand im Zimmer wäre. Er warf nicht einmal einen Blick auf die lebenden Figuren der Scene, und in ſeinem ganzen Benehmen verrieth auch nicht ein Zug, daß er ihre An⸗ weſenheit bemerkte. Die Augen an den Wänden und Zim⸗ merdecken umherſchweifen laſſend, nahm er weder von der martialiſchen Attitüde Haggerſtone's, noch von den grazioͤſen Undulationen Notiz, womit Mrs. Ricketts, ſo zu ſagen, einen Knicks vor ihm repetirte.

Originalien zwar, aber dabei lauter pauvres sujets, Morlache! ſagte der Fürſt.

Und in der That ſchien die Bemerkung mehr der Ge⸗ ſellſchaft, als den Gemälden zu gelten.

Mrs. Ricketts hat die Güte gehabt, Ew. Hoheit fing der Jude an.