16
Etwas ſchreibe. Der Brief ſollte ſofort unter dem Ge⸗ ſandtſchaftsſigel überſchickt werden,— eine überaus vor⸗ nehme Art des Transports, die Mr. Dalton veranlaſſen mußte, ſeine ganze Schreibkunſt wieder aufzubieten, die, ſeitdem er aufgehört hatte, ſich im Ausſtellen von Wech⸗ ſeln zu üben, bei ihm durchaus brach gelegen hatte. Der Befehl, dieſes Creditiv auszuwirken, kam Foglaß gerade in dem Augenblicke zu, als er im Begriffe war, Baden zu verlaſſen; da er aber aus verſchiedenen kleinen geſell⸗ ſchaftlichen Gründen die Achtung der Riketts'ſchen ſich ſichern wollte, ſo änderte er mit einem Male ſeinen Plan, ſchützte einen plötzlichen Anfall von Podagra,— einer
recht koͤniglichen Krankheit,— vor, legte ſich in's Bette,
und ſchickte Dalton einige Zeilen, worin er ihm ſeinen Unfall klagte, und ihn um einen freundlichen Beſuch bat.
Der arme Dalton, der ſich ſtets und allenthalben als einen gutmüthigen Menſchen zeigte, ging noch in der⸗ ſelben Nacht aus, ungeachtet eines heftigen, ſchneidenden Nordwindes und des einherſtürmenden, halbgefrorenen Schnees, und ſchritt geraden Weges auf das Hotel de Rüſſie zu, wo, in einem für einen ſo hohen Gaf über⸗ aus beſcheidenen Zimmerchen, Mr. Foglaß, den Schein⸗ qualen des Podagras preisgegeben, lag.
„Wie verteufelt freundlich von Ihnen,— wie auf⸗ merkſam!“ ſprach Foglaß, indem er ihm einen Finger ſeiner Hand zum Schütteln gab.„So ganz den armen Townſend gleich,— dem armen Townſend, den wir nur Lord Tom zu nennen pflegten. Hoffentlich nicht aß 2“
„Und wenn ich auch naß wäre, ſo wäre e gewiß nicht zum erſten Male. Aber wie geht es Ihn n?— Wo fehlt es Ihnen? Wo ſteckt der Schmerz?“
„Sie müſſen ein Bischen lauter ſprechen; man hoͤrt in dieſem Zimmer das Geſprochene nicht ganz gut.“
„Wo ſteckt der Schmerz?“ ſchrie Dalton.
„Nun, nun!— Sie brauchen nicht gerad u brül⸗ len,“ flüſterte der Andere,„der Schmerz ſtecktt.— über


