Teil eines Werkes 
Bändchen 8-11 (1851)
Entstehung
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Natürlich haben Sie ihn nie gekannt, Miß Dalton, antwortete er mit einem unterdrückten Entſetzen in der Stimme, während er ſprach.

Hier iſt ein Brief für Sie, Mademoiſelle ſagte ein Diener zu Kate;der Mann, der ihn gebracht hat, wartet auf eine Antwort.

Kate erbrach das Siegel mit einigem Zittern. Sie hatte außer ihren Geſchwiſtern und ihrem Vater keine Korreſpondenten, und fragte ſich, was das bedeuten könnte. In ſeltſamer Aufregung las ſie folgende Zeilen:

Mrs. Montague NRicketts empfiehlt ſich Miß Dalton ehrerbietigſt, und bittet ſie, ihr mitzutheilen, um wie viel Uhr Mrs. Montague Ricketts heute Miß Dalton ihre Aufwartung machen kann: ſie hat einen Brief zu über⸗ reichen, der ihr zugeſandt worden, und den ſie in eigener Perſon an Miß Dalton abzugeben hat. Vielleicht wird Mrs. Ricketts früher empfangen, wenn ſie hinzuſetzt, daß das koſtbare Dokument von Miß Dalton's Vater kommt.

Was in aller Welt ſollte dieß bedeuten? Hatte ihr doch die Poſt an demſelben Tage einen Brief von Nelly gebracht. Warum hatte ihr Vater nicht in dieſem Briefe geſagt, was er zu ſagen wünſchte? Wozu dieſer myſte⸗ riöſe Umweg?

Der Anblick des immer noch auf eine Antwort war⸗ tenden Dieners machte endlich dieſen Kreuzfragen ein Ende, und ſie eilte hinweg, um Lady Heſter in Betreff der zu ertheilenden Antwort zu Rathe zu ziehen.

Das iſt höchſt ärgerlich, mein liebes Kind, das iſt doch gar zu arg, ſagte ſte, während ſie die Er⸗ klärung anhörte.Die Nicketts iſt, wie man mir ſagt, ein gar zu entſetzliches Geſchöpf; und bis jetzt ſind wir ihr glücklich aus dem Wege gegangen. Koͤnnten Sie nicht unwohl ſein?

Aber der Brief? ſagte Kate, halb lächelnd, halb ärgerlich.