Teil eines Werkes 
Bändchen 8-11 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

ſellſchaft war gewiß nicht eine ſolche, daß ein ſcharfſich⸗ tiges Publikum Erzbiſchöfe oder auch nur Domherren aus derſelben ausgewählt haben würde, denn es beſtand die⸗ ſelbe groͤßtentheils aus jener Klaſſe von Menſchen, deren wir in einem früheren Kapitel bereits Erwähnung gethan haben. Dann und wann verirrte ſich auch in dieſelbe ein Durchreiſender von Rang, oder ein Diplomat, der ſich auf ſeinen Poſten begab oder von demſelben herkam. George Onslow verlor Viel im Spiele, jedoch ohne in Betreff der Zahlungen zu jenen Kunſtgriffen ſeine Zu⸗ flucht zu nehmen, die man ihm ſo allgemein zuſchrieb. Kate die arme Kate war weder beſſer, noch ſchlech⸗ ter, als der Leſer ſie bisher gekannt hat.

Wenn wir dieſes ſagen, ſo ſuchen wir nicht das Faktum zu verbergen, daß ſie ganz und gar von der früheren Kate verſchieden war. Die Geſellſchaft hatte ſie Takt, Grazie und elegante Haltung gelehrt. Die Be⸗ wunderung hatte ſie ſehr anziehend gemacht: die Bewun⸗ derung hatte tauſend Mittel der Bezauberung hervorge⸗ rufen, hatte tauſend Koketterien hervorgerufen, die unter dem kalten Hauche der Vernachläſſigung oft ver⸗ welken und ſterben. Der diffiellſte Kritiker hätte in ihren Manieren keinen Fehler entdecken können; ein Bös⸗ williger hätte Ausſtellungen machen können an dem an⸗ ſcheinenden Uebermaß von Grazie; aber auch dieſes wurde durch eine jugendliche Friſche und Fröhlichkeit des Tem⸗ peraments gemildert, welche das letzte das allerletzte Ueberbleibſel ihres früheren Ichs war.

Sie war die Schöne von Florenz. Sie hatte keine Rivalin und ihre Herrſchaft konnte als eine unbeſchränkte gelten. Sie mochte fahren, oder reiten, oder tanzen, oder ſpazieren gehen, immer umgab ſie dieſelbe bewun⸗ dernde Menge. Einige dieſer Bewunderer waren in all ihrer Bewunderung aufrichtig, andere folgten darin bloß dem Zuge der Faſhion, und andere wieder waren fleißige Beobachter eines Benehmens, in dem ſie den feſten Plan