Teil eines Werkes 
Bändchen 8-11 (1851)
Entstehung
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Dreißigſtes Kapitel.

Das Drohen einer kleinen Verlegenheit.

Der Palazzo Mazzarini war jetzt in ganz Florenz gleich⸗ bedeutend mit allen Arten von Ausſchweifungen und Ex⸗ travaganzen geworden, und in dem Maße, als die Geſell⸗ ſchaft, die ſich dort einfand, auserleſener und der Anzahl nach kleiner wurde, wurden auch die Gerüchte, die über die darin Statt findenden Ausſchweifungen und Exceſſe in's Publikum drangen, abſurder. In Ermangelung eines wirklichen, guten, greifbaren Skandals erfand die Welt tauſend kleine, halb durchſichtige Verleumdungen, die, wenn ſie für den guten Ruf nicht auf einmal toͤdtlich waren, doch in die Länge ebenſo gewiß den Charakter der Betreffenden ruiniren mußten.

Sir Stafford's Povagra, wegen deſſen er in ſein Beit oder auf ſein Sopha gebannt war, wurde für die langſame Qual eines gebrochenen Herzens erklärt.

My Lady's ſpäte Diners war Orgien, bei welchen jede Art von Zügelloſigkeit herrſchte. George war ein liederlicher Spieler, der bereits den ganzen Reichthum ſeiner Familie auf das Spiel geſetzt hatte; und was Kate betrifft, ſo war ſie ganz und gar von jener liebenswür⸗ digen Seite der menſchlichen Natur abhängig, die ſtets das Schlimmſte glaubt, und aus ihrem Glauben ebenſo beharrlich die ſchlimmſten Schlüſſe zieht.

Sir Stafford war in Wirklichkeit ſehr vom Podagra geplagt; er war ſehr reizbar, und zudem ſehr unglücklich wegen gewiſſer Dinge, die, ſo ſehr ſie ihn ſelbſt intereſ⸗ firen mußten, für die Welt hätten ganz gleichgültig ſein ſollen. My Lady dinirte um elf Uhr Nachts, und die Ge⸗

Die Daltons. II. 1